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Drei gestrenge Herren und eine Dame
Die Eisheiligen im Glauben der Eifeler: Mitte Mai beherrschen sie das Wetter
Kaum ist der Maibaum aufgepflanzt, die ersten Frühlingslieder sind erklungen und die Wiesen ergrünt, treten sie ihr Regiment an: die so genannten "Eisheiligen". In der Eifel sind sie gefürchtet wie kein Patron im Kirchenkalender.
Es ist "Wonnemonat" - die Gärten sind bepflanzt. Schon luken die ersten Saubohnen aus dem Erdboden und die Geranien blühen auf den Fensterbänken. Die kluge Hausfrau weiß: Jetzt heißt es aufpassen, das Wetter beobachten, die Vorhersagen im Radio hören. Für den 12. Mai ist Pankratius angesagt, ihm folgen dann auf dem Fuß Servatius, Bonifatius und schließlich mit viel Gehabe die "kalte Sophie".
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Die Eifeler Bauernweisheit hat diese vier Tage mit einer Fülle von Wettersprüchen und -regeln verknüpft, basierend auf langer Wetterbeobachtung. Aus dem Jahre 1435 kommt die erste schriftliche Erwähnung der "Eisheiligen". "Pankratius und denn noch drie und die Jungfrowe Sante Sophie, danach let sich der Sumer an". Klar also - Nachtfröste sind angesagt, allgemein ein herber Rückschlag für die Natur und nicht selten erfrorene Obstblüten und Gartenfrüchte.
Dieses winterliche Intermezzo steht allerdings in keiner Beziehung zum Leben der vier Heiligen. Pankratius wird in ganz Europa verehrt als Patron der Pflanzen und Blüten, Servatius - der Patron der Lichtenborner Pfarrkirche - wird angerufen bei Frostschäden, Rheumatismus und Mäuseplage. Bonifatius, Apostel der Deutschen und Großmissionar, wird in allen Nöten als Patron verehrt. Die heilige Sophie schließlich ist die Patronin gegen späte Fröste und für das Wachstum der Feldfrüchte.
Übrigens: Rein statistisch treten die Eisheiligen ihre "Frostarbeit" im Mai jedes zweite Jahr an. Kein Wunder also, dass man in der rauen Eifel nicht nur Ehrfurcht aufbringt, sondern auch ein gerüttelt Maß Furcht. Denn nach alter Bauernweisheit hat der Wonnemonat "den Reif noch hinter den Ohren".
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EXTRA
Wetteregeln
- Selbst des Maien Mitte hat für den Winter noch ein' Hütte.
- Die drei Herren -atius, machen den Gärten noch Verdruss.
- Vor der kalten Sophie werden nie Buschbohnen gesetzt.
- Trockener Mai - Wehgeschrei, feuchter Mai bringt Glück herbei.
Mit freundlicher Unterstützung von Joachim Schröder
Titel: Eisheilige
Autor: Joachim Schröder
Copyright: © by Joachim Schröder
gepostet von Joachim Schröder am:
Date: 04.05.2009 17:37
Internet: www.joachim-schroeder.com
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