Florian - Der heilige Märtyrer Florian


Florian - latein. der Blühende

Der katholische Gedenktag ist der 4. Mai

An vielen katholischen Häusern sieht man das Bild eines römischen Ritters mit Helm und Fahne, ein Wassergefäß in der Hand, womit er das Feuer eines brennenden Hauses löscht. Dies ist der heilige Florian, der Schutzpatron gegen Feuersbrünste und Unfruchtbarkeit. -

Er war der Sage nach ein Deutscher und zu Zeiselmauer, einem Städtchen unweit Wien in Unterösterreich, geboren. Er widmete sich dem Kriegsdienste und bekleidete wahrscheinlich die Stelle eines Anführers von Soldaten, welche den Tribut einzubringen hatten. Ein tapferer Kriegsmann, liebte er gar sehr den Kriegsdienst, aber noch mehr liebte er Jesum Christum, dem er in der heiligen Taufe Treue geschworen. -

Er befand sich eben von Lorch, der Hauptstadt von Oberösterreich, wo er in Garnison stand, abwesend als er vernahm, dass die Kaiser Diokletian und Marimian grausame Verfolgungsedikte gegen die Christen erlassen hätten und dass der Stadthalter Aquilinus die Christen seiner Provinz überall aufsuchen und gefangen setzen lasse, um sie zum Abfall zu zwingen.
Bereits starben schon vierzig Gläubige des Martertodes, die übrigen flohen in die Gebirge und Wälder, um der Verfolgung zu entgehen.

Kaum hatte Florian diese traurige Kunde vernommen, als er, getrieben vom Geiste Gottes, sich sogleich auf dem Weg nach Lorch machte, um dort den furchtsamen Gläubigen zu Hilfe zu kommen, sie in der Treue gegen Christum zu stärken, und, so es nötig wäre, ihnen das Beispiel eines glorreichen Kampfes für den heiligen Glauben zu geben.
Als er über die Brücke des Ennsflusses gehen wollte, welche in die Stadt führte, traten ihm Soldaten, die mit ihm unter einer Fahne standen, entgegen.
Aus ihrem Munde erfuhr er, dass sie ausgesendet seien, die Christen zu fangen und vor den Stadthalter zu führen.
Unerschrocken sprach er zu ihnen: „Warum suchet ihr nach andern? Sehet ich bin ein Christ; gehet hin, und meldet es dem Stadthalter.” Sogleich fesselten ihn die Soldaten und führten ihn vor Aquilinus. Dieser war höchlich betrübt, als er hörte, dass Florian, ein Kriegsoberst, so angesehen im Heere, den Christennamen trage und den Befehlen der Kaiser zu gehorchen sich weigere. Freundlich redete er ihm zu, den Göttern zu opfern, mit seinen Kameraden, die ihn so sehr achteten, in Frieden zu leben und ihn nicht zu zwingen, Strafe gegen ihn anzuwenden. Florian aber entgegnete furchtlos, dass er nie den Göttern opfern werde und bereit sei, jede Qual für Christus zu leiden. Erzürnt hierüber, befahl der Stadthalter den Henkern, Gewalt zu brauchen, und den heiligen durch Qualen zu zwingen.
Da richtete Florian seine Augen zum Himmel und betete:
„Herr, mein Gott, auf dich habe ich gehofft, die bekenne ich, für dich kämpfe ich, die opfere ich ein Opfer des Lobes. Schirme mich mit deiner Rechten, denn dein Name ist gebenedeit im Himmel und auf Erden. Nur gib mir Kraft, auf dass ich dulde, stärke mich mit deiner Gnade, auf dass ich würdig werde, gezählt zu werden unter deine Heiligen und Auserwählten.” -
Also flehte der edle Bekenner zu Gott, aber Aquilinus spottete seiner und sprach:
„ Wie magst du so töricht reden und den Befehlen der Kaiser nicht gehorchen?”
Ihm erwiderte Florian:
„Ich ehre meinen Gott, und gehorche den Kaisern, wie es einem guten Soldaten geziemt; aber dazu wird mich niemand bewegen, dass ich den Götzen opfere, welche nichts sind, als eitel Einbildung.”
Von Wut entbrannt, befahl nun und er Stadthalter, ihn mit Stöcken zu schlagen. Florian wird entkleidet und furchtbar gepeinigt, aber mitten in der Qual rief er: „Ich fürchte deine Peinen nicht, zünde deine Scheiterhaufen an, ich werde sie im Namen Jesu besteigen!” Wieder schlugen ihn die Schergen, das Blut floss in Strömen zur Erde, aber Florian wankte nicht.
Heiter lächelnd sprach er:
„Nun bringe ich meinen Herrn Jesus ein wahres Opfer dar, der mich hierzu stärket und dieser Ehre würdigt.” - Da befahl der Thyrann, mit spitzigen Stacheln ihm das Fleisch herab zu reißen; aber auch jetzt blieb Florian standhaft und frohen Mutes.

Als der gottlose Statthalter sich so von dem treuen Kriegsmann Christi besiegt sah, gab er Befehl ihm einen Stein um den Hals zu binden und ihn dann in den Ennsfluss zu stürzen. Mit hoher Freude vernahm Florian den Befahl, dankte Gott für diese Gnade und ging fröhlichen Sinnes wie zu einem Hochzeitsmahle der Brücke zu. Dort wurde ihm ein Stein an den Hals gebunden, und nachdem ihm der Henker noch die Bitte, um eine kurze Frist zum Gebete gewährt hatte, kniete er nieder und empfahl mit glühender Andacht seine Seele dem Herrn. Ein blutdürstiger Soldat, dem die Zeit zu lange währte, lief herbei und stieß mit roher Gewalt den Heiligen über die Brücke in den Fluss hinab. In diesem Augenblicke aber erblindete der Grausame an den beiden Augen, während die Wogen des Flusses, gleichsam als wären sie mitleidiger als die Menschen, den Heiligen emporhoben und seinen Leib mit samt dem Steine an einen erhöhten Ort des Ufers trugen. Dort schwang sich alsbald ein mächtiger Adler mit ausgebreiteten Flügeln aus den Wolken hernieder und verteidigte den heiligen Leichnam gegen jede Verunehrung von Seite der Heiden. In der Nacht erschien der Heilige Märtyrer einer frommen Matrone, Valeria mit Namen, und mahnte sie, seinen Leib zu beerdigen. Die Matrone war gleich bereit, nahm einen Wagen mit zwei Ochsen und begab sich an den Ort, wo der Leichnam lag. Dort lud sie denselben auf und fuhr mit der teuren Last ihrem Landgute zu. Aber die Ochsen konnten nach einer längeren Strecke Weges nicht mehr vor Durst ziehen. In dieser Not flehte sie inständig zu Gott um Hilfe und siehe da, plötzlich sprudelte eine Quelle frischen Wassers aus dem Boden und erquickte die lechzenden Tiere, die nun munter ihres Weges gingen. Auf ihrem Landgute angekommen, legte die fromme Matrone den Heiligen Leichnam in ein schönes Grab und Gott verherrlichte seinen treuen Diener durch viele Wunden, die auf seine Fürbitte geschahen.

Nachdem die Verfolgung nachgelassen hatte, erbauten fromme Gläubige an der Grabstätte des Heiligen ein Kapelle und zur Zeit des heiligen Severin ließen sich gottesfürchtige Einsiedler da nieder. Aus ihren Zellen entstand später das berühmte Benediktinerstift St. Florian, das heute noch blüht und durch die Frömmigkeit und Gelehrsamkeit seiner Bewohner berühmt ist. Eine prachtvolle Kirche birgt in sich einen Teil der Reliquien des heiligen Blutzeugen.
Das Königreich Polen und das Bistum Wien verehren ihn als ihren Patron und in der katholischen Kirche wird er bei Feuersgefahr um seine Fürbitte angerufen.
Zahlreich sind die Dokumente, welche von der Kraft seiner Fürbitte Zeugnis geben. Insbesondere hat die selbe ein Kohlen Brenner erfahren, der unvorsichtiger Weise in den brennenden Kohlenhaufen fiel, aber nachdem er den Heiligen um Hilfe angerufen, aus demselben wieder unbeschädigt emporstieg.

Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

Bild: Holzstich aus dem Buch Legende von den lieben Heiligen Gottes (1863)


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