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Jacklschutzer
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Jacklschutzer - ein Werdenfelser Brauch

Jacklschutzer Die Jacklschutzer entwickelten sich aus der Schlosser- und Schmiedezunft. Diese zogen früher, meist zu fünft, mit einer zwei mal zwei Meter großen Plane und einer Stoffpuppe, die man Jackl nannte, durch die Ortschaften. Die Puppe wurde so benannt, weil die Schmiede ihren Vorschlaghammer ebenfalls Jackl getauft hatten. Konnten sie ihren "Jackl" schwingen, so hatten sie Arbeit. Wenn sie durch die Orte zogen, waren sie auf Arbeitssuche. Sie schutzten den "Jackl" empor und baten die wohlhabenden Bürger um Arbeit. Nach dem Ende der Zünfte änderte sich nicht nur die Tracht, sondern auch der Sinn dieses alten Handwerkbrauchs. Er gefiel allen recht gut und so wurde er in den Fasching aufgenommen. Der Jackl war von nun an nicht mehr ein Symbol der Schmiede, er verkörperte jetzt vielmehr den Winter, den man hinausschutzen wollte. Aber nach wie vor sind die Jacklschutzer eine fünf Mann starke Gruppe. Vier davon tragen die "Blochn" (Heuplane) mit dem Jackl. Der Fünfte ist der Sprecher und hält in seiner Hand einen kleinen Taktstock. Ihre Kleidung besteht aus blauwurchenen Hosen, einem über die Hose hängendem groben weißen Hemd, das mit einem Kälberstrick um die Hüften gebunden wird, einer schwarzen Zipfelmütze, grauen Kniestrümpfen, schwarzen Haferlschuhen und einer geschnitzten bärtigen Holzlarvn. Erreichten sie auf ihrem Weg eines der von ihnen gewünschten Ziele, meist ein Gasthaus oder das Haus eines ihnen wohlbekannten Bürgers, so spannen die viere die Plane und der fünfte trägt einen Vers vor. Damit wird der Betroffene entweder gelobt oder auf den Arm genommen. In den Wirtshäusern bekommen sie, ebenso wie die Schellenrührer und die Untersberger Mandl, nach einem alten überlieferten Übereinkommen zwischen Maschkera und Wirten, eine Maß Bier und eine Brotzeit. Verweigerte dies ihnen ein Wirt, so hatten sich die Jacklschutzer etwas besonderes ausgedacht. Sie ließen den Jackl, bevor sie in die Gaststube eintraten, in eine Pfütze fallen und schutzten ihn dann in der Stube an die Decke, und zwar so fest, daß dessen Abdruck deutlich sichtbar an der selbigen zurückblieb. Der Wirt konnte nichts anderes tun, als die Decke neu streichen zu lassen und das auf eigene Kosten. Das war sozusagen die Rache der Maschkera. Während die Jacklschutzer mit ihrer Blochn durch die Straßen ziehen, singen sie folgenden Vers:

"Litschga Latschga Lore, Litschga Latschga Lo, da Jackl is an Dreck ei´gfoin, da Jackl putzt se o. Litschga Latschga Lore..."

Haben sie ihre Ziele erreicht, so kann der fünfte etwa folgendes gesagt haben:

"Jat´s Jackele mach de aue an Witting Metzger sein First. Da Anda kimmt glei außa mit an Krätzn vui Wirscht!"

Oder:

"des hat früher jeds Kind scho bald g´wist, daß da Märkl da best Zahnaußerreißer ist!"

Hat er den Vers beendet, so zählt er laut: "Oans, zwoa und oans is´ drei." in diesem Augenblick fliegt der Jackerle in d´Höh. Nach derart lobenswerten Sprüchen erhalten sie dann auch meistens eine kleine Aufmerksamkeit.

Inhalte mit freundlicher Unterstützung von
www.maschkera.de/
Fasching im Werdenfelser Land
info@maschkera.de - http://www.maschkera.de/

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