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Mesopotamien
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Mesopotamien -

Mesopotamien bildet die östliche Hälfte der großen, vom Taurus und den armenischen Gebirgen bis zum persischen Golf sich herab senkenden Stufenlande, welche in den hl. Büchern den gemeinsamen Namen Aram haben, und geographisch in Aram diesseits des Euphrats (Syrien) und Aram jenseits des Euphrats (Mesopotamien) zerfallen. Vom Südrande Irans bis zum armenischen Hochlande und in den vielfachen Verzweigungen des Taurus sammeln sich alle fließenden Wasser in diesen Stufenländern der großen Zwillingsströme Euphrat und Tigris, die Anfangs innerhalb der Hochgebirge nahe beisammen entquellen und strömen, dann sich weiter auseinander begeben, eine Strecke weit parallel, bald aber mehr und mehr convergirend, in der Richtung gegen S.-D. fließen, und endlich unter dem Namen des Stromes der Araber (Chat el Arab) vereint dem persischen Meerbusen zueilen.

Nachdem sie von den Quellen an, die nur 150 geogr. Meilen in direkter Linie von der Mündung abstehen, in doppelt entwickelter Stromkrümmung an 300 geogr. Meilen weit ein Stromgebiet von nahe an 12000 D.-M. bewässert haben, finden sie in jener großen Talweitung ihre ozeanische Fortsetzung, die mit ihrem Strombette eine merkwürdige Einsenkung des Kontinents bildet und als ein großer Naturtypus, ein Talspalt fast von Meer zu Meer, als eine von der Natur selbst geebnete Bahn zwischen dem irdischen Ozean und dem europäischen Westen betrachtet werden muß (Ritter, Erdk. X. 5).

Die Wiege beider Ströme ist auch zugleich diejenige der vorderasiatischen Menschengeschichte, in alter wie in neuer Zeit die große Furth zwischen Orient und Occident bildend. Der Name dieser merkwürdigen Landschaft Mesopotamien, als ein geographisches Ganze zusammengefaßt, kommt erst bei Beschreibern der Züge Alexanders d. Großen vor; er wurde, wie Arrian ausdrücklich bemerkt, von den Eingeborenen entlehnt (vgl. Pechito Apg. 2, 9, 7, 2.). Die ersten Nachrichten über ihre physische Beschaffenheit erhalten wir schon von Herodot, doch nur ganz im Allgemeinen; unschätzbar sind die Aufzeichnungen Xenophons; am ausführlichsten und mit großer Sachkenntnis geschrieben sind Stabo`s Beschreibungen.

Sie alle unterscheiden einen nördlichen, mittleren und südlichen teil, der indessen verschieden genannt wird. Der nördliche, vielfach von Gebirgsketten durchschnittene Distrikt reicht bis an den Einfluß des alten Chaboras in den Euphrat (35º Br.), ein überaus fruchtbares, an fetten Triften reiches Plateau. Xenophon hatte es von den syrischen Pässen an in gerader Linie östlich vom heutigen Aleppo mit seinen 10000 betreten. nach 9 Tagreisen erreichte er Thabsacus, eine zu seiner Zeit noch große, blühende Stadt. Bis hierher ging das Gebiet Salomons, in dem 1 Kön. 4, 24. diese Stadt als die nördlichste seines Reiches bezeichnet wird. Sie lag an der bequemsten Stelle zum Übergange aus Syrien nach Babylonien, Medien und Persien. Hier setzten auch seine Truppen über die Euphratfurth, und waren nach 9 neuen Tagmärschen am Arares (Chaboras) angekommen.

Die ganze Gegend war reich mit Ortschaften bedeckt, Getreide und Wein fand sich im Überfluss. Unterhalb dem Arares beginnt die Wüste Sinear (in der Bibel), von Xenophon das Blachfeld genannt, eine dürre, öde Steppe, nur mit Absyntkraut bewachsen, ohne Bäume, der Aufenthalt wilder Tiere, und nur von durchziehenden Araberhorden bewohnt. Xenophon nennt keine Orte; wilde Esel und flüchtige Strauße gab es viele, erreichbar für die Jagd waren nur die schwerfälligen Trappen. Doch ist der Typus dieses Wüstenstriches nicht ganz gleichförmig; die Landschaft Hit ist vielfach durchschnitten und mit steinigen Hügeln überdeckt. Unterhalb derselben beginnt die heiße, staubige, babylonische Ebene bis hin an das Land der Canäle (33º Br.), den südlichsten, durch seine Kultur auf die höchste Fruchtbarkeit gehobenen Endpunkt des ganzen Flachlandes.

Xenophon beschreibt vier Kanäle, jeden 100 F. breit und je eine Parasange vom anderen entfernt; sie verbanden den Euphrat mit dem Tigris. Einer von diesen (?) Kanälen oberhalb Hille besteht noch und wurde in neuester Zeit glücklich mit einem Dampfboote übersetzt. Vom Maximum der Berengung Mesopotamiens an beginnt diese Gartenlandschaft, in deren Bewunderung und Lobpreisung alle Alten sich gleich bleiben. Es ist aber auch noch nur eine Stimme der Reisenden, wie überall ein höchst fruchtbarer, fetter Alluvialboden die Decke des Landes bilde, das von zahllosen Linien jetzt trocken liegender Kanalbetten durchschnitten, von unzähligen Trümmerhügeln und anderen Denkmalen ältester Ansiedlung überdeckt ist. —

Zur Zeit Alexanders waren die Tigris- und Euphrat-Mündungen noch gesondert; sie lagen wenigstens eine Tagesreise auseinander, wenn auch die Verzweigungen innerhalb des Delta sich gegenseitig vermischen mochten. Der Tigris, erfahren wir von Arian, hat hohe Ufer, nimmt auf seinem linken Ufer mehrere Flüsse (Zab, Adhem, Diyalah,Kerka) in sich auf, und erhält, weil er tiefer liegt, als der Euphrat, auch noch von diesem Zufluß aus den Kanälen, weßhalb er wasserreicher dem Meere zuströmt, als der vielfach beraubte Euphrat.

Am südlichsten Teile aber ähnelt sich ihr Verhältnis und der Euphrat hat da ein höheres Niveau. Er war bekannt wegen seiner vielfachen, verheerenden Überschwemmungen; außer dem höheren Ufergestade bringt aber Strabo noch einen Grund bei, warum der Tigris weniger anschwelle, der von seiner scharfen Beobachtungsgabe zeugt, nämlich weil der Euphrat von der langen Kette der Gebirge, die er durchkreuze, viel mehr Zufluß von Schneewasser empfange, als der Tigris, der von Armenien in gerader Richtung der südlichen Ebene zueile.—

Mesopotamien bildete nie ein für sich bestehendes reich; wenn Nicht. 3. 8. Euschan-Nischathaim König von Aram Naharajim genannt wird, so war er wohl nur Beherrscher eines am Euphrat gelegenen Einzelstaates. In der ältesten Zeit konzentrierte sich das politische Leben um Babylon; nach der Eroberung Babylons durch die Perser und dem unerwartet schnellen Tode Alexanders hatte das ganze, große Land keine Weltbedeutung und Selbstständigkeit mehr gewinnen können, und versank nach und nach in eine gescheute, entvölkerte, sonnenverbrannte Bildnis mit Ausnahme des oberen Mesopotamiens, das sich durch die Tapferkeit seiner Bewohner und die Klugheit seiner Fürsten bei den Kämpfen der Römer um den Besitz Armeniens zu einer selbstständigen Entwicklung und einer unerwarteten Blüte der Nationalbildung auf einem kleinen Territorium erschwang. So treten dort Edessa oder Osrhoene, bedeutend durch seine Lage am Karawanenwege, durch seine schönen Quellen, wie durch seine mehr aristokratische Verfassung hervor; so Nifibis, wichtig durch die Wälder, die in seiner Nähe in dem sonst baumlosen Lande das einzige Zimmerholz lieferten; so Bezabde in Adiabene durch seine feste Lage am Tigrisübergange, so Atra oder Hatra durch seine sichere Stellung in der Mitte der unnahbaren Wüste mit Waarenniederlagen, die im Reichtum brachten (Ritter, Erdk. X. 128).

In der Urgeschichte des Volkes Israel spielt Mesopotamien eine wichtige Rolle; von daher wanderte Abraham in Canaan ein ohne indes gar alle Verbindung mit seinen Verwandten aufzugeben (Isaac und Rebecca). Das reichbevölkerte Land hatte verhältnismäßig wenig Städte; Xenophon redet von vielen Dorfschaften, Städte führt er nur einige an; auch in den hl. Büchern wird selten eine Stadt Mesopotamiens genannt; das ganze Städteleben scheint sich in seiner ungeheuren Metropole absorbiert zu haben. das mag auch daher kommen, daß auf dem Euphrat, an dessen Ufer sich allein Städte erheben konnten, nie eine Schifffahrt getrieben wurde, auf dem Tigris aber durch Unterbauten und dadurch hervorgebrachte Stromschnellen von Seite der Perser unmöglich gemacht worden war.

Quellen:
Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hilfswissenschaften von 1851

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