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Missalen, Messbücher
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Missalen, Messbücher -

Missalen oder Messbücher heißen in der röm.- katholischen Kirche diejenigen liturgischen oder gottesdienstlichen Bücher, welche die von der Kirche geordneten Messen für alle Sonn- und Festtage, für besondere Gelegenheiten, z. B. für die Totenfeier, die evangelischen und apostolischen Perikopen, Gebete und den Meßkanonen enthalten.

Der Name entstand im 7. oder 8. Jahrh. Ein in der ganzen röm.- katholischen Kirche gültiges Meßbuch gibt es zufolge der Beschlüsse der tridentin. Kirchenversammlung erst seit dem J. 1570, und es mußte dieses röm. Missal, das auf Befehl des Papstes Pius V. durch röm. Theologen abgefaßt wurde, vom Tage seiner Publikation (am 14. Juli) an gerechnet, von den Priestern in Rom nach einem Monate, von denen diesseits der Alpen binnen drei und jenseits der selben binnen sechs Monaten eingeführt werden. Nur diejenigen Kirchen, welche ihr bisheriges Meßbuch ununterbrochen seit ihrer Stiftung oder wenigstens 200 Jahre lang gebraucht hatten, durften es mit der Einführung des röm. Missals nach Belieben halten, und so haben denn z. B. in Deutschland Mainz, Köln, Münster, und andere Diöcesen ihre eigenen Meßbücher. Solche Particularmeßbücher, deren erstes sich schon unter Kaiser Ludwig dem Frommen gebildet haben soll, gab es vor der Publikation des röm. Missals sehr viele, und es weichen die selben von dem römischen bedeutender ab, als die jetzt nach gelassenen.

Zweimal wurde das röm. Missal, weil in die an unzähligen Orten veranstalteten Ausgaben sich Irrtümer eingeschlichen hatten, revidiert, nämlich auf Befehl Clemens VIII. im J. 1604 und Urban`s VIII im J. 1634, und so besteht das heutige röm. Meßbuch. —

Die alten Missalen vor der Erfindung der Buchdruckerkunst wurden oft auf das prächtigste geschrieben, mit den schönsten Initialen und Miniaturen geschmückt und mit den kostbarsten Einbänden versehen; Reicheließen sie abschreiben und machten damit Geschenke an Kirchen. Ungefähr zwei Jahrhunderte vor Erfindung der Buchdruckerkunst entstand eine Art größerer goth. Buchstaben, mit welchen man die Missalen schrieb; sie wurden, als die Buchdruckkunst erfunden war, nach geschnitten und zum Drucke von Meßbüchern gebraucht, woher eine gewisse Art größere Typen den Namen Missalbuchstaben führt.

Quelle: Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände von 1846

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