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Nekrologien, Totenbücher
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Nekrologien - griech. Totenbücher

Nekrologien nannte man im Mittelalter die Kalender der geistlichen Stifter und Klöster, in welchen an den betreffenden Tagen die Namen Derer eingezeichnet wurden, deren Andenken man durch Einschließung in die öffentliche Fürbitte ehren wollte. Gleichbedeutend ist Necrologium mit Mortilogium und Obiturnium; auch gebrauchte man dafür Regula und Martyrologium, weil das Nekrologien meist der Ordensregel und dem Martyrologium angehängt war, sowie Liber oblegorium und Liber praesentarium, weil man darin neben dem Namen des Verstorbenen zugleich die Gabe zu bemerken pflegte, die man ihm verdankte.

In den Nekrologien wurden, außer den Hauptfesttagen und den Namen der Heiligen und Märtyrer, in chronologischer Ordnung eingezeichnet die Namen der Päpste, Kaiser und Könige; der Landesherren, Metropolitan- und Diöcesanbischöfe; der Abte, Abtissinnen, Pröbste des Stifts selbst, der Ordensmitglieder; der in dem Stifte verstorbenen Pilger (peregrini); der bekehrten, in den Mönchsstand getretene Sünder (conversi); der in früher Jugend dem geistlichen Stande geweihten Jünglinge (oblati) und Jungfrauen (velatae); der eingezellten Büßenden (reclusi); der unteren Kirchendiener, der Laienbrüder und der Laienschwestern; die Hauptstelle aber nehmen ein die Stifter mit ihren Familien und die Wohltäter (benefactores), welche für ihre Schenkungen die Brüderschaft des Klosters (fratres conscripti) gewonnen, oder Seelenmessen gestiftet hatten.

Sie pflegten durch größere Schrift, durch farbige Tinte und durch Kreise ausgezeichnet zu werden; doch mußten freilich in dem mehr und mehr sich füllenden Buche namentlich die Namen der äteren Wohltäter denen der neueren weichen. Die Nekrologien entstanden aus den geschriebenen Diptychen (Block zweier Schreibtafeln, die mit einem einfachen Scharnier verbunden sind), von denen sie sich dadurch unterscheiden,, daß diese bei den Einzeichnungen meist die genealogische Ordnung beobachten und so gewissermaßen die ersten genealogischen Geschlechtstafeln bilden. Die frühesten Nekrologien sind unstreitig verloren gegangen; allein im 8. Jahrh. hat sich bereits das der Abtei Lorch erhalten. Eine bedeutende Anzahl derselben ist in den Quellensammlungen deutscher Geschichten bei Langebeck, Leibnitz, Mencken, Schannat, Schöttgen u. A. und in den Schriften mehrerer historischer Vereine abgedruckt. Das für die Geschichte der deutschen Fürstengeschlechter so wichtige Nekrologium von Fulda, aus dem Jahr 780-1065, ist kein eigentliches Nekrologien, sondern ein nach den Jahren geordneter Auszug aus mehreren Nekrologien. Die Erklärung und Benutzung der Nekrologien hat allerdings ihre große Schwierigkeit, namentlich deshalb, weil in den eigentlichen Nekrologien nur die Sterbetage, äußerst selten die Sterbejahre angegeben sind. Bei gründlichen Vorstudien gewähren sie indes nicht nur herrliche und einzige Beiträge zu der Familien- Lokal- und speziellen Landesgeschichte, sondern oft auch für die allgemeine Geschichte. Vgl. Wedekind, "Über Nekrologien" in seinen "Noten zu einigen Geschichtsschreibern des deutschen Mittelalters" (Bd. I, Hamburg 1823).

In neuerer Zeit wählte zuerst Schlichtegroll den Namen Nekrolog als Titel für seine "Nachrichten von dem Leben merkwürdiger verstorbenen Deutschen in den Jahren 1790-1800" (22 Bde., Gotha 1791-1801, nebst einem Supplementband, 1798), denen er den "Nekrolog der Deutschen für das 19. Jahrhundert" (5 Bde., Gotha 1802-1806) folgen lies. Fr. Aug. Schmidt griff die Idee von neuem auf, und es erschien nun der "Neue Nekrolog der Deutschen", den seit dessen Tode der Verleger Bernh. Fr. Voigt mit rastlosem Eifer fortsetzte (Bd. 1-21, Ilmenau, dann Weim. 1824-1845; mit zwei Registerbänden, Weim. 1836 und 1845).

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