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Nelken, Gewürznelken
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Nelken, Gewürznelken, Nägelein, Kreidenelken - franz. clou de girofle; engl. clove; latein. Caryophylli aromatici (Syzygium aromaticum)

Die getrockneten Blütenknospen des Gewürznelkenbaumes sind seit dem frühen Mittelalter unter dem Namen Nägelein oder Nelken ein beliebtes Gewürz. Der Duft ähnelt der Gartennelke, und die Form eines kleinen Nagels. Der Würzwert hängt vom Gehalt der kleinen Blütenknospe an ätherischem Nelkenöl ab. Die Hauptanbaugebiete befinden sich heute in Madagaskar und auf den Inseln von Sansibar. Gute Qualität erkennt man dadurch, daß man die Nelken in ein mit Wasser gefülltes Glas gibt und die Nelken dann untergehen oder sich die kleine Knospe leicht eindrücken lässt.

Verwendung finden Nelken bei der Herstellung von süßsauren Essigkonserven von Birnen, Zwetschgen, Gurken usw. Dazu wird ein kleines Gewürzsäckchen gebunden das außer den Nelken meist noch Zimt und Ingwerstückchen enthält. Aber auch bei Rorkohl, Roten Beete und anderem gemüse eignen sich Nelken als Gewürz votrzüglich. Bei kräftigen Fleisch- oder Fischmarinaden sind die Nelken immer als Gewürz mit dabei. Für die Weihnachtsplätzchen und sonstiges Weihnachtsgebäck oder auch in vielen Gewürzkuchen sind Nelken als Gewürz besonders wichtig, werden dann aber meist gemahlen verwendet.

Quellen: Lebensmittel und Getränkekunde von 1964, Verbraucherdienst des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten v. 1970; Lexikon der Kräuter und Gewürze; Internetrecherchen


aus einem Küchenlexikon von 1886:
Die Gewürznelken sind die noch unentfalteten, mit einem röhrenartigen Kelch versehenen Blüten des Gewürznelkenbaumes (Eugenia caryophyllata), welcher von Oktober bis dezember noch grün gepflückt, mit kochendem Wasser abgebrüht, erst durch Rauch und dann an der Sonne getrocknet werden, wodurch sie die dunkel rotbraune Farbe erhalten. Sie haben die Gestalt eines kleinen, oben vierspaltigen Nagels, sind mit einem runden, leicht abfallenden Knöpfchen versehen, das aus der noch geschlossenen Blumenkrone gebildet wird, und die Zeichen ihrer Güte bestehen in ihrer Glätte, Rundung, Schwere, sowie darin, daß sie bei einem festen Druck eine ölige Feuchtigkeit von sich ngeben, beim Zerstoßen glänzend werden und schwer zu pulverisieren sind, einen starken, angenehmen Geruch und scharfen, lange andauernden Geschmack besitzen. Früher wuchs der etwa 3 bis 3½ Meter hohe, mehr strauchartige Gewürznelkenbaum nur auf den Molukken und der Handel mit den Gewürznelken war ausschließliches Eigentum der holländischen Compagnie, die sie blos auf Amboina und Banda anbaute; gegenwärtig aber kultiviert man sie auch in Ostindien, auf den Isle de France, der Insel Bourbon und in Cayenne. Die ostindischen oder sogenannten Englische Compagnie-Nelken von hellrotbrauner Farbe sind die besten und größten; die Amboina Nelken sind etwas kleiner, gelblichbraun und ebenfalls sehr geschätzt; die Bourbon Nelken sind bedeutend kleiner, gelbbraun und ärmer an ätherischen Ölen auch die dünnen spitzigen, etwas dunkleren Cayenne Nelken sind nicht sehr aromatisch; die holländischen Compagnie Nelken sind schwarzbraun, von starkem geruch und Geschmack, meist ohne Köpfchen und stets feucht, da sie bereits einmal zur Gewinnung von ätherischen Ölen benutzt worden sein sollen. (Stand 1886)

Man verwendet die Gewürznelken nicht allein als Küchengewürz, sondern auch zur Liqueurfabrikation und Herstellung von Parfümerien, ebenso findet das Nelkenöl und die Gewürznelkentinktur in der Arzneikunde mannigfache Verwendung.

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