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Weihwasser
Copyright © by www.brauchtumsseiten.de
Weihwasser -

Weihwasser  —   Weihwassersegnungen sind bis heute in der Osternacht in Gebrauch. Weihwasser wurde in Krügen und Flaschen nach Hause getragen, in kleine Kesselchen gefüllt, um sich morgens und abends damit zu besprenkeln. Der Vorrat aus der Ostersegnung reichte in der Regel für ein Jahr, wenn nicht, gab es auch Segnungen am Johannistag (27. Dezember).

Die Verwendung des gesegneten Wassers im Stall war vielfältig. Allgemein wurden alle Stallungen, der Vorrat, die Scheune und der Holzschuppen mit Wasser besprengt. Dazu diente der Palmwisch als geweihter Wedel. Aus vielen Eifeldörfern sind solche Haus- und Stallsegnungen bekannt und zum Teil bis heute in Gebrauch. Gab es einen besonderen Grund wie die Annahme einer Viehverhexung, kam es zur Aussegnung durch einen Geistlichen.Viehsegnungen waren üblich, jedoch glaubte man an eine größere Wirksamkeit, wenn das Vieh das Weihwasser trank. Als Schutz vor Krankheiten und Hexerei gab man den Tieren vor dem Austrieb im Frühjahr Weihwasser in die Tränke. Auch nach dem Kalben praktizierte man diesen Brauch. Belegt ist diese Brauchhandlung noch 1933 für Stotzheim, Kreis Euskirchen, Hümmel, Kreis Ahrweiler und Utscheid sowie für den Kreis Bitburg-Prüm.

Weihwasser tranken auch die Menschen. An den Tagen der Novene gingen Gebet, Fasten, Waschen der erkrankten Körperteile mit Weihwasser und das Trinken des Weihwassers einher. »Heiligenwasser« nannten es die Pilger an der Kult- und Verehrungsstätte eines Heiligen. So gab es Quirinuswasser in Watzerath, Corneliuswasser in Ninove/Belgien und Willibrorduswasser in Waxweiler zu genießen. In Gebrauchs- und Diätvorschriften ist auch vom Beimengen benedizierten Wassers in das Essen die Rede. Bei folgenden Krankheitsbildern waren solche Praktiken üblich: Kröpfe, Geschwulste, offene Beine, Hauterkrankungen, Fieber, Blattern.

Mit freundlicher Unterstützung von Joachim Schröder
Titel: Weihwasser
Autor: Joachim Schröder
Copyright: © by Joachim Schröder
gepostet von Joachim Schröder am:
Date: 23.10.2008 20:57
Internet: www.joachim-schroeder.com


In der katholischen Kirche ist es eine uralte Gewohnheit, Wasser zu segnen und mit dem gesegneten Wasser sowohl die Gläubigen, als auch andere Sachen zu besprengen. Der Prister bittet bei der Weihe des Wassers Gott, er möchte denjenigen, welche sich dieses Wassers mit reuvollem Herzen und wahrem Glauben bedienen, von allem Übel der Seele und des Leibes befreien.

Über das Wasser selbst macht er oft das Kreuzzeichen, weil Jesus der Gekreuzigte die Quelle alles Segens und aller Gnade ist. Er vermischt das Wasser mit geweihtem Salz, damit, gleichwie das Salz vor der Fäulnis bewahrt, eben so das Wasser durch die Kraft Gottes uns vor allen Übeln behüte.

Schon der Prophet Elisäus machte schädliches Wasser durch das Salz heilsam. Man pflegte in den ersten Jahrhunderten, beim Eintritt in die Kirche, sich mit Weihwasser zu besprengen und Gott um die Reinigung zu bitten, damit man mit reinem Herzen ihn in seinem heiligen Tempel anbeten könne.
Tu auch du dies und dabei:
Reinige mich, o Herr! damit ich mit reinem Herzen vor dir erscheine.

Und weil wir dem dreieinigen Gott bei der heil. Taufe versprochen haben, ein nach der Lehre Jesus gerichtetes, heiliges Leben zu führen, so hat die Kirche zur Erinnerung daran von den ältesten Zeiten her einen sehr zweckmäßigen Gebrauch eingeführt. Die Kirche ließ früher mit diesem gesegneten Wasser alle Sonntage das Volk besprengen. Dies sollte für uns die Bedeutung haben, daß wir vor Gott bei dem heiligsten Opfer mit der Reinigkeit und Unschuld, die wir bei der heiligen Taufe erhalten und angelobt haben, erscheinen soll. Hätten wir aber unsere Unschuld mit Sünden bemakelt, so soll uns diese Besprengung die Bußtränen bedeuten, durch die wir unsere Sünden abwaschen sollen.

Dies gibt auch der Prister durch die Gebete zu verstehen, welche er während des Besprengens spricht: Asperges u.s.w.; „Besprenge mich mit Ysop, daß ich rein werde;” u.s.w. „Erbarme dich meiner, o Gott! nach deiner großen Barmherzigkeit und nach der Fülle deiner Erbarmnis tilge meine Missetat.”

Da bereue von Herzen deine Sünden, bitte Gott um Vergebung dieser Sünden und nimm dir Besserung vor. Die Besprengung mit Weihwasser geschieht an Sonntagen mit Feierlichkeit, weil wir diesen Tag zum Andenken der Auferstehung Jesus feiern, mit dem auch wir bei der heil Taufe zu einem neuen Leben auferstanden sind. Zur ödterlichen Zeit wird anstatt des Asperges das Bidiaquam mit Alleluja gesungen. Unsere heilige Kirche setzt nämlich voraus, wir haben uns in der Fastenzeit so aufrichtig bekehrt, daß wir uns vielmehr über unsere geistliche Auferstehung zu erfreuen, als durch die Buße zu betrübende Ursache haben.

Quelle:

  • Leben und Taten der Heiligen - Eine Legenden-Sammlung für das christkatholische Volk von Michael Sitzel 1841
    Neu überarbeitet und digitalisiert von www.heiligenlegenden.de (2008)
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