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Dorfgeschichten aus Großlangenfeld

Großes, langes Feld
Dorfgeschichte(n) aus Großlangenfeld: Köhlerweg, Luxacker und eine seltene Dorfkirche

Zwischen der Alf und der Ihren liegt der Ort Großlangenfeld auf einer Hochfläche. "Viel Gegend" gibt es hier und einen traumhaften Panoramablick auf die Schneifel und das Umland. Im Dorf selbst gilt die ehrwürdige Kirche als Stätte des Gebetes und als kulturelles Kleinod.

Ein ehemaliges Bauerndorf wandelt sein Gesicht: Wo früher die Landwirtschaft vorherrschte, entstand in den letzten Jahrzehnten eine schmucke Wohngemeinde. Sichtbare Zeichen der Veränderung sind neu erbaute Wohnhäuser mit hübschen Vorgärten und ein ansehnliches Dorfbild. Zentral gelegen wie eh und eh: die Dorfkirche St. Laurentius, die nur über einen schmalen Seitenweg zu erreichen ist.


Auffällig ist die Form der Kapelle, die einen ungegliederten Westturm mit achtseitigem Helm, ein dreiachsiges Schiff und einen erhöhten spätgotischen Chor aufweist. Diese Architektur verrät mehrere Bauperioden. Hauptpatron ist der hl. Laurentius, doch auch Brictus, Matthias, Wendelinus und Johannes finden in der Kirche Verehrung. Den "Winterjohannes" verehrt die Gemeinde bis heute traditionell mit einem Gottesdienst und einer Weinsegnung.

Eine interessante Frage ist, wie der Dorfname entstanden ist. "Großes, langes Feld" - das ließe sich leicht erklären. Schließlich gibt es etwas nördlicher auch ein "Kleinlangenfeld". Doch diese Ableitung ist es wohl eher nicht, vielmehr erzählt eine Quelle, dass der Holzaltar im Jahre 1618 von einem Paulus Langenfeld gestiftet worden ist. Der Altar mit drei Nischen, frei stehenden Doppelsäulen und einem Baldachin-Aufbau birgt wichtige Figuren und gilt als Schmuckstück der Kapelle. Vor 20 Jahren wurden die Altäre restauriert, auch ein seltener Fries kehrte kürzlich in das Gotteshaus zurück.
Josef Reusch (80) war ein Dutzend Jahre Ortsbürgermeister seiner Heimatgemeinde und gilt als Dorfchronist und Initiator vieler Dorfaktionen. Vor knapp Jahren wurde auf seine Initiative ein Ehremal für die Gefallenen errichtet. "Das war mir immer ein inniges Anliegen", sagt der Senior und lobt die gute Gemeinschaft in dem 152-Seelen-Dorf. Aufschlussreich sind auch seine Erläuterungen zur Geschichte des Dorfes: "Es gab einst zwei 'Langenfelds" - so musste durch die Vorsilben 'groß' und 'klein' ein Unterschied geschaffen werden, das geschah 1815 auf dem Wiener Kongress", weiß Reusch.
"Im Langenfeld" ist ein alter Flurname, ebenso "Im Luxacker" oder der "Köhlerweg". Josef Reusch: "Der Köhlerweg ist ein klarer Hinweis auf die Wirtschaft in diesem Raum. Im Wald gab es einen Meilerplatz, im Volksmund heißt die Verbindung vom Weißenhof nach Mooshaus noch heute Kohlstraße". Josef Reusch kam als TV-Austräger viel in seinem Wohnort herum. "Immer gab es etwas zu erzählen, ob Dorfnachrichten, Neuigkeiten oder Vereinsgeschichten". Immerhin war Reusch auch viele Jahre in der Feuerwehr tätig.
Der Bürgersinn und das Vereinsleben blühen in der kleinen Höhengemeinde. Obwohl Winterspelt und Bleialf so nahe liegen, hat man Eigenständigkeit bewahrt. Beispielsweise beim kirchlichen Leben, im Vereinswesen oder beim Brauchtum. "Wir pflegen die Bräuche - ob Maibaumstellen, Sternsingen, Fastnachts-Heischen, Burgbrennen, Martinszug oder das Johannisfest", erzählt Josef Reusch.
Zu diesem Gemeinschaftsgeist passt es, dass man vor 20 Jahren die Dorfschule, die 1964 erbaut und bereits 1967 wieder aufgelöst wurde, in ein Dorfgemeinschaftshaus umbaute. Das kommt der Bevölkerung, der Jugend und den Vereinen zugute.

Mit freundlicher Unterstützung von Joachim Schröder
Titel: Dorfgeschichte(n) aus Großlangenfeld
Autor: Joachim Schröder
Copyright: © by Joachim Schröder
gepostet von Joachim Schröder am:
Date: 21.01.2009 22:07
Internet: www.joachim-schroeder.com

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