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Volkstrauertag - auch in der Eifel -
Von Joachim Schröder, Pronsfeld

Volkstrauertag - auch in der Eifel -

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wollte im Jahre 1919 mit dem Volkstrauertag ein "Gefallenendenkmal im Herzen des deutschen Volkes zu setzen". Gedenkreuz an die Gefallenen in Winterspelt/Eifel   -  Klick mich zum vergrössern
Gedenkreuz an die Gefallenen
in Winterspelt/Eifel

Anträge, den Volkstrauertag reichseinheitlich festzulegen und gesetzlich zu schützen, scheiterten jedoch im Reichstag. Dennoch gelang es dem Volksbund, das Begehen des Volkstrauertages auch ohne gesetzliche Festlegung durchzusetzen. Der Schutz des Volkstrauertages blieb Aufgabe der einzelnen Länderverwaltungen.

1922 fand die erste offizielle Feierstunde im Deutschen Reichstag statt, bei der der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe eine im In- und Ausland vielbeachtete Rede hielt:".. Leiden zu lindern, Wunden zu heilen, aber auch Tote zu ehren, Verlorene zu beklagen, bedeutet Abkehr von Hass, bedeutet Hinkehr zur Liebe, und unsere Welt hat die Liebe not.."

1934 bestimmten die nationalsozialistischen Machthaber durch Gesetz den Volkstrauertag zum Staatsfeiertag und funktionierten ihn zum "Heldengedenktag" um. Der mittlerweile gleichgeschaltete Volksbund verlor die Zuständigkeit zur Durchführung dieses "Gedenktages" an NSDAP und Wehrmacht.

Nach 1945 - Neubeginn, aus den drei westlichen Besatzungszonen ging 1949 die Bundesrepublik Deutschland hervor, gleichzeitig gründete sich der Volksbund neu und nahm seine ursprüngliche Arbeit zunächst im Inland wieder auf.

Bereits 1949 wurde im Bundestag über einen durch Bundesgesetz zu bestimmenden Nationaltrauertag diskutiert. Dieses Gesetz kam jedoch nicht zustande. In mehreren Aussprachen mit der Arbeitsgemeinschaft der Innenminister der Länder, den Kirchen und dem Volksbund unter Leitung des Bundesinnenministeriums wurde den Bundesländern empfohlen, den zweiten Sonntag vor dem Advent einheitlich zum Volkstrauertag zu bestimmen und gesetzlich zu schützen.

Die erste zentrale Feierstunde im Rahmen des Volkstrauertages fand am 5. März 1950 im Deutschen Bundestag unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Prof. Theodor Heuss statt.

Mit zunehmender zeitlicher Distanz zum Ende des Zweiten Weltkrieges erfährt der Volkstrauertag mehr und mehr einen Wandel von einem Tag persönlicher Trauer und Erinnerung zu einem Tag mahnenden Gedenkens vor den Auswirkungen von Krieg und Gewalt.

In Niedersachsen ist der Volkstrauertag durch Landesgesetz seit 1969 geschützt. Die zentrale Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag 2009 wird unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten als gemeinsame Veranstaltung der niedersächsischen Landesregierung und des Landesverbandes Niedersachsen am 15. November im Opernhaus Hannover durchgeführt. Jede(r) Bürger-/in kann an dieser Gedenkveranstaltung, die immer um 11:30 Uhr beginnt, teilnehmen. Der Eintritt ist kostenlos.

Diese Gedenkstunde ist damit ein sichtbarer Ausdruck öffentlicher Gedenk- und Erinnerungskultur. Sie bietet die Gelegenheit, öffentlich das Andenken an die Opfer von Krieg und Gewalt zu bewahren, im Erinnern an ihr Sterben immer wieder für Frieden und Versöhnung zu werben und dieses Vermächtnis auch an die junge Generation weiterzugeben.

Der notwendigen Verknüpfung von Vermächtnis und Zukunft wird bei der Gestaltung der Gedenkstunde Rechnung getragen: Die Ansprache des Gastredners und der Beitrag von Jugendlichen versucht diese Aspekte zu verdeutlichen. Dabei muss es... "das Ziel des Volksbundes sein, die Erinnerung in Deutschland so zu formulieren, dass eine angemessene Würdigung aller Opfer gelingt, ohne dass Verbrechen, Versagen und Verantwortlichkeiten verschwiegen werden."

Mit freundlicher Unterstützung von Joachim Schröder
Titel: Volkstrauertag - auch in der Eifel -
Autor: Joachim Schröder
Copyright: © by Joachim Schröder
gepostet von Joachim Schröder am:
Date: 04.11.2009 20:15
Internet: www.joachim-schroeder.com


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