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Sterberosenkranz
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Sterberosenkranz -

Früher, d. h. bis etwa Ende der 50-ger/ Anfang 60-er Jahre gab es auf dem Land diesen Brauch: Wenn ein Dorfbewohner gestorben ist, wurde er im Leichenwagen, den ein Pferd zog, ins Leichenhaus überführt. Ein Nachbarsbub trug das Kreuz –das dann auf dem Grab seinen Platz hat– hinter dem Wagen her. Die Angehörigen und eventuell auch Nachbarn gingen den Rosenkranz betend hinterher.

Danach war es die Aufgabe dieses Buben, im Dorf zum „Ansagen“ gehen. Er mußte von Haus zu Haus den Leuten die Todesnachricht überbringen und auch verkünden wenn die Rosenkränze (täglich bis zur Beerdigung) sind, da der erste meist schon am selben Abend gehalten wurde und man es da ja noch nicht aus der Zeitung erfahren konnte. Die Buben machten das gerne, es war "Ehrensache" zumal es ein bisschen Taschengeld dafür gab. Sind die Rosenkränze (meist nur noch einer) heutzutage in der Kirche, so fanden sie damals im Trauerhaus statt.

In der (Bauern-) Stube wurde auf den Tisch vor dem Herrgottswinkel ein weißes Tischtuch gelegt; darauf kam ein Kreuz, links und rechts davon je einer Kerze und noch einige Grünpflanzen, wie ein kleiner „Altar“ hergerichtet.

Nach getaner Stallarbeit (ca. 19.30 h) kam der Mesner (als Vorbeter), die Verwandten vom Ort, Nachbarn und die Dorfbewohner, um gemeinsam für den Verstorbenen den Rosenkranz und anschließend daran die Toten-Litanei zu beten. Wer wollte, brachte seinen Wachsstock mit, der auf dem Tisch für die Dauer des Betens angezündet wurde.

Als Schulkind ging man da auch mit, stand ganz vorne am Tisch und hatte die Wachsstöcke zu beobachten, d. h. wenn dessen dünner Wachsstrang heruntergebrannt war, diesen wieder ein Stückchen abzuwickeln und senkrecht aufzurichten.

Gebetet wurde stehend, die älteren Leute setzten sich auf Ofenbank und Sofa und die dorthin gerückten Stühle vom Tisch. Je nach dem wieviele Leute kamen, stand man auch noch –bei offenstehender Stubentüre– im Hausflur.

Durch „Urlaub auf dem Bauernhof“, wo die Bauernstube als Aufenthaltsraum für die Urlaubsgäste zur Verfügung gestellt werden mußte, wurden dann die Rosenkränze zunehmend in die Kirche verlegt. Somit ist dieser alte Brauch einfach „eingeschlafen“.

Mit freundlicher Unterstützung von Annemarie Böck
vom Schwangauer Land am Alpenrand
Titel: Sterberosenkranz
Autor: Annemarie Böck
Copyright: Annemarie Böck
gepostet von Annemarie Böck am:
Date: 05.07.2008 17:31
E-Mail: ferienwohnung@boeck-horn.de
http://ferienwohnung.boeck-horn.de/

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