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Peter und Paul (29. Juni)
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Peter und Paul - es wird am 29. Juni gefeiert

Das Fest der heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus

Bedeutung und Geschichte dieses Festes

  1. Unsere geistige Mutter, die Kirche, flicht heute mit dankbarer Hand zwei Kränze der Verehrung, womit sie die Häupter ihrer zwei erleuchtesten Söhne schmückt. Vereint an Einem Tage nämlich wird das Fest der beiden vornehmsten Apostel, St. Petrus und St. Paulus, gefeiert, weil „die Beiden, die so lieblich und schön in ihrem Leben sich liebten und wertschätzten, auch im Tode nicht getrennt wurden;”

  2. 2.König 1, 23. denn sie erlitten Beide zu Rom am 29. Juni des Jahres 66 nach Christus, und wie an demselben Tage so auch zu derselben Stunde, unter der Regierung des durch seine grausamste Grausamkeit allberüchtigten Kaisers Nero den Martyrtod. St. Petrus, der das römische Bürgerrecht nicht besaß, wurde im Juden-Quartier auf dem Berge Janiculus gegeißelt wie auch gekreuzigt, und zwar auf sein Verlangen - kopfabwärtz, weil er, aus Demut, nicht dieselbe Stellung am Kreuze einnehmen wollte, wie sein göttlicher Meister; St Paulusaber, als römischer Bürger, auf dem Wege nach Ostia bei den Salvianischen Quellen mit dem Schwert enthauptet. Der Leichnam des heiligen Petrus wurde auf dem Vatikan beigesetzt, der des heiligen Paulus bei den Salvanischen Quellen. Papst Xystus ließ, als die Verfolgungen der Christen sich steigerten, ihre heiligen Leiber, unter dem Consulate des Tuscus und Bassus im Jahre 258, am Gedächtnistage ihres Martyrtums, in die Katakomben bringen. Daß ihre Gräber schon in den frühesten Zeiten heilig gehalten wurden, bezeugt uns Eusebius.

    Beider erhielten von der Kirche den Ruhmes-Titel: „Apostelfürsten,” und zwar ob ihres hervorragenden Ansehens auf dem Gebiete des Christentums, indem St. Petrus *) von Jesus Christus selbst als der „Fels der Kirche” und als „sein sichtbarer Stellvertreter mit der Schlüssel-Gewalt” aufgestellt, und St. Paulus bestimmt wurde, das „Gefäß der Auserwählung” und der „Apostel der Leiden” zu sein. Sie sind die beiden Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. Offb. 11,14. Darum ruft der heilige Papst Leo der Große aus: „Man soll Beide nicht trennen und nicht von einander absondern, denn ihre Wahl von Gott, ihre Arbeit für Gott, sowie ihr Tod und ihre Aufnahme zu Gott ist dieselbe. Sie hat ja die Gnade Gottes unter allen Gliedern der Kirche auf eine solche Höhe erhoben, daß sie dieselben an dem Leibe, an welchem Christus das Haupt ist, gleichsam als das Licht der beiden Augen hinstellte.” - Und die Antiphon der Kirche lautet zum Magnificat der zweiten Vesper: „Heute hat Simon Petrus den Baum des Kreuzes erstiegen! Allesluja! Heute ist der Schlüsselträger des Himmels freudig zum Herrn aufgefahren! Heute hat Paulus, der Weltapostel und Völkerlehrer, sein Haupt um Christi willen mit Freuden dem Schwert entgegengestreckt; heute hat er die herrliche Martyrkrone für seine unzähligen Arbeiten empfangen! Alleluja!” **)

    Im vierten Jahrhunderte legte der große Kaiser Constantin den Grund zu den zwei berühmten Basiliken, welche man in Rom sieht, die eine auf dem Vatikan, der ursprünglichen Begräbnisstätte des heiligen Petrus, die andere auf dem Wege nach Ostia bei den Salvianischen Quellen, der ursprünglichen Begräbnisstätte des heiligen Paulus. Feierlichst wurden die Leichname der heiligen Apostel erhoben. Die Häupter derselben wurden in der Kirche St Johannes zum Lateran aufbewahrt; ***) in ihren übrigen Leib haben sich die zwei constantinischen Basiliken geteilt, so daß jede die Hälfte von diesen zwei ehrwürdigsten Leibern besitzt. -

  3. Seit undenklichen Zeiten wird das Fest des heiligen Petrus und des heiligen Paulus am 29. Juni gefeiert. Es kommt bereits in dem Festverzeichnis aus Rom vom Jahre 354 vor, und war im Anfange das einzige Fest, welches man zu Ehren sämmtlicher Apostel feierte, weshalb es auch „St Peters- und Paulstag - der zwölf Apostel” genannt wurde. Als vom fünfzehnten Jahrhundert an auch die die übrigen Apostel nach und nach ihre eigenen Gedächtnistage erhielten, indem entweder Jeder allein, oder mit einem Andern gemeinschaftlich, wie z. B. Philippus und Jakobus, Simon und Juda, an einem besonderen Tage gefeiert wurde, setzte man am 29. Juni zwei Hochämter ein, deren eines in der St. Paulskirche abgehalten wurde, bis gegen Ende des sechsten Jahrhunderts Papst Gregorius den Gottesdienst diesen Tages auf den Apostel St. Petrus allein beschränkte, und die Verehrung des heiligen Paulus auf den 30. Juni verlegte. Doch verlor dadurch der St Peters- und Paulstag, der seitdem auch gar oft, „St. Peterstag” oder „Natalis sancti Petri” genannt wude, nicht von seiner früheren Bedeutung. -

    In Betreff der Feier dieses Festes berichtet Paulinus, daß am 29. Juni die Christen aus allen Weltteilen nach Rom pilgerten, was auch St Ambrosius bezeugt. - Wie sehr dieses fest in der ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts verbreitet war, beweisen die Homilien von St. Maximus, St Ambrosius, St. Leo dem Großen, St. Augustin, St. Chrysostomus, St. Gregorius von Nyssa, sowie die Sacramentarien von St. Leo und Gelasius. Auch in Constantinopel, wo man es schon frühe eingeführt, wurde es unter der Regierung des Kaisers Anastasius († 518) mit der größten Feierlichkeit begangen, wie Theodor, der Lector, und Nicephorus bezeugen.

    Die Vigil und das Fasten vor diesem Feste stammen auch aus dem höchsten Altertum; an mehreren Orten fastete man bei Wasser und Brod; und man führt das Concil von Trotmani aus dem elften Jahrhundert an, welches eine Pflicht daraus macht. - Die Griechen lassen diesem Feste gleichfalls eine Art Fasten vorausgehen, das in der Woche nach Pfingsten beginnt und mehr oder minder lang ist, je nach dem Tage, an welchem dieses bewegliche Fest eintrifft.

    Eine besondere Wichtigkeit hat der 29. Juni für den Landmann. „Auf Petri und Pauli bricht dem Korn die Wurzel.” sagt eine Bauernregel, „und es reift alsdann Tag und Nacht.”- „St. Paulus hell und klar, bringt ein gutes Jahr!” heißt es gleichfalls im Sprichwort. -
    Wie jedes kirchliche Hauptfest, so hatte auch dieses Apostel-Fest bereits in den ersten Zeiten eine Octav. Hiervon geschieht schon Meldung in den Marter-Akten des heiligen Tranquillinus, der in der Mitte des dritten Jahrhunderts gelitten hat. -

    Viele Kirchen sind aller Orten der Ehre ihres Namens geweiht. - Man liest in der Geschichte von Frankreich, daß im Jahre 500 Chlodwig in Paris eine Kirche unter der Anrufung der heiligen Apostel Petrus und Paulus erbauen ließ, um den Schutz dieser zwei Apostel, die er besonders ehrte, auf seine Waffen herabzurufen. - Und im siebten Jahrhundert fand man kaum eine Stadt, in der nicht wenigstens eine Kapelle unter ihrer Anrufung errichtet war.-

  4. Daß die katholische Kirche an Einem Hochfeste das Andenken der beiden Apostel in gar hehrer Weise begeht, darin liegt auch eine jener geheimnisvollen Harmonien, die wir in keiner menschlichen, staatlichen oder sozialen Einrichtung, die wir nur in dem von dem göttlichen Baumeister Jesus Christus entworfenen und aufgeführten Baue dieser Kirche gewahren. - Wie die Lebenswege der beiden Apostelfürsten, die vorher so weit auseinander gegangen, in Rom zusammengeführt; wie sie hier, in der berühmtesten Stadt der Welt, welche ein Jahrtausend fast über den Erdkreis geherrscht und nun beinahe zwei andere Jahrtausende als Metropole der Christenheit, als Residenz des Stadthalters Christi, das geistliche Scepter führt, jene Kirche gestiftet, der an Erhabenheit keine gleichkommt; wie sie unter dem Kaiser Nero den christlichen Glauben mit ihrem Blute besiegelt, und wie sie endlich auch im Tode vereint geblieben, die so innig im Leben verbunden gewesen, ist bereits angedeutet. Seitdem ist Rom die Hauptstadt der Christenheit geworden. Der gewaltige Thron der heidnischen Cäsaren ist zusammengebrochen, und auf seinen Trümmerns hat der Stuhl des heiligen petrus sich aufgerichtet; das kaiserliche Scepter ist dem sanften Hirtenstabe gewichen, und die stolze Krone hat vor der friedlichen Tiara sich geneigt! Dort ruhen heute noch ihre Leiber; und wie über ihren Gebeinen die großartige St. Peterskirche sich erhebt, so hat von Rom aus der Weltentempel der katholischen Kirche sich erhoben. Und wie einstens St. Petrus mit den Schlüsseln und St. Paulus mit dem Evangelienbuche gestanden; so stehen heute noch das Priestertum mit der Binde- und Lösegewalt, das Lehramt mit dem Evangelium in der Hand als Säulen und Pfeiler in der Kirche da, und es sind die Gnadenspendung in den sieben heiligen Sakramenten und die Predigt die Träger des Christentums. Gar schön sagt der heilige Augustinus: „Gott hat dem heiligen Petrus die Schlüssel der Gewalt gegeben, und dem heiligen Paulus die Schlüssel der Wissenschaft. Der Eine, St. Petrus, ist besonders der Hirt der Kirche, der Andere, St. Paulus, der Lehrer der Kirche. Die gleiche Gnade gläzt in Ihnen, weil derselbe heilige Geist Beide auserwählt hat. Paulus ist nicht geringer als Petrus. Dieser ist die Grundfeste der Kirche, Jener ist ein geschickter Baumeister, der die gläubigen Völker auf das Fundament zu erbauen weiß. Wenn nun Paulus die Menschen in Allem unterrichtet hat, was zum Glauben gehört, dann nimmt sie Petrus in das Leben des Heiles auf; und wenn Paulus das Herz geöffnet hat durch Wort und Rede, dann erschließt Petrus die Pforten des Gottesreiches und die Schätze der Gnade.” Und so ist es uns klar, wie Petrus nicht ohne Paulus, und dieser nicht ohne jenen ist, wie nicht Bibel ohne Schlüssel, Glaube nicht ohne Gnade sein kann. - Beide Apostelfürsten gehören zusammen, sie sind ja die Grundpfeiler der römischen Haupt- und Mutterkirche, des gesamten Kirchenabaues, und eines jeden einzelnen Christentempels! -

Quelle: Heiligen-Glöcklein - Erbauliche Unterhaltungen für die Heiligen-Feste im katholischen Kirchenjahre aus dem Jahre 1865
Neu überarbeitet und digitalisiert von www.brauchtumsseiten.de (2008)

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