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Bittprozession
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Bittgänge (Bitttage), sind Prozessionen, zu dem Zwecke veranstaltet, um geistliche und leibliche Güter von Gott zu erflehen, daher auch, „supplicationes, ″ „litaniæ″ genannt.
Wir finden sie schon im christlichen Alterthume vor (S Chrysost. orat. contr. lud. et theatr.; S Basil- ep. 207 al. 63; S. Ambros. ep. 40 ad Theodos. n. 14).
Die wichtigsten unter ihnen sind die Procession oder Litanie am Feste des hl. Marcus (25. April) und die an den 3 Tagen vor Christi Himmelfahrt.
Die erste nennt schon Gregor d. Gr. eine „solennitas annuæ devotionis″ und Viele sind der Meinung, daß er sie selbst eingeführt habe, wogegen übrigens bedeutende Gründe sprechen dürften.
Die Bittgänge an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt scheint der hl. Marmertus, Bischof von Vienne, zuerst in seiner Diöcese eingeführt zu haben, von wo sie sich sehr schnell in Frankreich und Spanien verbreiteten. Der Anlaß ihrer Einführung lag in den großen Drangsalen, womit Vienne heimgesucht wurde. Jetzt sind sie in der ganzen lateinischen Kirche ex præcepto.
Ihr Zweck besteht darin:

  1. abzubitten wegen der dem Herrn angethanen Beleidigungen;
  2. Dank zu sagen wegen der empfangenen Wohltaten;
  3. Alles, was im Zeitlichen förderlich sein kann, zu erlangen.
Die Prozession am Feste des hl. Marcus hat dieselbe Bedeutung. Man streitet sich, warum letztere Litanie in der liturgischen Sprache „major″ heißt, jene „minores″ genannt werden. Letztere heißen auch „rogationes,″ woher die ganze Woche , in der sie begangen werden, Bittwoche genannt wird. Das Meßformular, welches bei der Prcession am Marcustage genommen wird, ist ganz dasselbe, wie an den drei tagen vor Christi Himmelfahrt, und enthält die vom Gebete handelnden neutestamentlichen Perikopen Jac. 5, 16-20. und Luc. 11, 5-14.
Man nennt die Bittgänge auch „Kreuzgänge″ von dem dabei vorangetragenen Kreuze. Bei außerordentlichern Veranlassungen wird auch das Allerheiligste dabei herumgetragen (theophorische Bittgänge). —
Nebst den angeführten ordentlichen Litanien werden auch außerordentliche gehalten, z.B. zur Zeit einer Pest, großer Dürre und anderer Landescalamitäten. Sehr bekannt ist wenigstens in Teutschland die Litanie im Frühlinge, um das Gedeihen aller Feldfrüchte zu erflehen, wobei die ganze Markung eines Ortes umkreist wird. (Oeschprocession).

[Mast]

Quelle: Kirchenlexikon oder Encyklopädie der katholischen Theologie und ihre Hilfswissenschaften, Band 2, Seite 39 von 1848


Bitttage von Hubert Teplitzky
Bereits am Markustag (25. April) beginnen die Flurumgänge in Bayern. So findet in Oberviechtach an diesem Tag die erste Flurprozession um Bitte für eine gedeihliche Ernte zur Nebenkirche nach Hof statt. Nach einem Gottesdienst geht es zurück zur Pfarrkirche. Markus ist der Schutzpatron der Bauarbeiter, Maurer, Glaser, Korbmacher, Notar und Schreiber. Er wird bei Unwetter, jähem Tod, Blitz, Hagel, Krätze, Qualen angerufen. Zudem soll er zu gutem Wetter und guter Ernte verhelfen.

Der Monat Mai steht in Bayern kirchlicherseits unter dem Schutz der heiligen Muttergottes (Schutzpatronin Bayerns). Neben den Maiandachten finden am Montag, Diensttag und Mittwoch vor Christhimmelfahrt Bittprozessionen durch unsere Fluren zu verschiedenen Endpunkten (Kirchen, Kapellen) statt, bei denen um eine gute Ernte und um die Verschonung durch Unwetter gebetet wird. Jeweils am Ende des Umganges wird vom Priester eine heilige Messe zelebriert und der Wettersegen erteilt. Christus, der an "Himmelfahrt" in den Himmel aufsteigt, soll viele Bitten mitnehmen!
In der Pfarrei Oberviechtach wird ein derartiger Flurumgang zudem noch am Pfingstmontag zur Nebenkirche am Johannisberg durchgeführt, vorbei an Flurkreuzen, an denen angehalten und gebetet wird. Den Abschluss bildet auch dabei eine heilige Messe mit Spendung des Wettersegens.
Auch so manche Wallfahrt führt im Mai zu einer Marienkirche, zum Beispiel Mariahilfberg in Amberg, zur Wallfahrtskirche "Unserer Lieben Frau" nach Stadlern oder auf den Fahrenberg, teils in stundenlangen Fußmärschen.

Flurprozession , Pfingstmontagsprozession von Oberviechtach nach Johannisberg Markusbittgang von Oberviechtach nach Hof bei Oberv. Bittgang durch die Fluren

Inhalt mit freundlicher Unterstützung von
Hubert Teplitzky, ehem.Kreisheimatpfleger im Landkreis Schwandorf
92526 Oberviechtach (Bayern)
Date: 07.09.2015 18:25
Fotos: Hubert Teplitzky

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