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Christkindlwallfahrt
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Jeweils am 3. Advent: Bayerisch-ungarische Wallfahrt
"Zum lieben Christkindl von Ringolay"

Seit über 250 Jahren wird zum Gnadenbild in der Marien-Pfarrkirche in Ringelai im Bayerischen Wald gepilgert

Klick mich zum vergrössern Ringelai. Seit über 250 Jahren finden in Ringelai im Bayerischen Wald (Landkreis Freyung-Grafenau) die Wallfahrten zum "Lieben Christkindl von Ringolay" statt, die einzigen in Deutschland. Am 3. Adventsonntag und am Samstag zuvor steht wiederum das Gnadenbild in der Pfarrkirche im Mittelpunkt. Das Programm bereichert das Adventsingen, die Wallfahrt mit Pilgerzug und Herbergsuche am Samstag, der Festgottesdienst und der Lichterzug der Kinder am Sonntag. Christkindlmarkt und musikalische Unterhaltungen bieten den festlichen Rahmen.

Doch nun zur Geschichte der Wallfahrt:
In der in den Jahren 1919/1920 zu Ehren Mariens erbauten Pfarrkirche hängt ein Bild: die Gottesmutter Maria steht anbetend mit gefalteten Händen vor dem Christkind, das auf einem mit einer Prunkdecke geziertem Strohbettlein liegt. Bei genauerer Betrachtung erweist sich dieses Muttergottesbild als Wallfahrtsbild zum Christkindl, denn eine Inschrift unter dem Bild lautet:

"Zum lieben Christkindl von Ringolay pilgerten schon vor Jahrhunderten die Bewohner unserer Waldheimat und fanden bei ihm allzeit Hilfe in ihren Anliegen. Jahrzehntelang war dann unser Heiligtum vergessen. Seit der Mettennacht des Heilsjahres 1937 schmückt das Gnadenbild des früheren Michaelskirchleins die neue Kirche zu Unserer lieben Frau, der Schirmherrin Bayerns. O Christkindlein von Ringolay, steh uns in allen Nöten bei !"

Das Pfarrarchiv bringt Aufklärung über Alter und Herkunft der Wallfahrt. Im Jahre 1917 fand der damalige Expositus Joseph Kainz das Gnadenbild auf dem Dachboden des früheren Michaelskirchleins, das abgerissen wurde. Der Pfarrherr fragte beim Generalkonservatorium in München an, wie alt das Bild wohl sei und welche Bewandtnis es damit habe. Dort konnte nur erklärt werden, daß das Chronogramm auf dem Bild die Jahreszahl 1697 ergibt und aus der geheimnisvollen Inschrift "InStItVIt Laetare ChroVs sVdorque MarIae JaVrInI trinis perQUItIVIt ab horis " könne nur der Name "JaVrInI" gedeutet werden, wohl auf Raab in Ungarn hinweisend.

Klick mich zum vergrössern Licht um die Herkunft des Gnadenbildes brachte eine ungarische Schwester der Kongregation der Töchter vom Allerheiligsten Heiland. Die Ordensschwester erkannte sofort, daß dieses Muttergottesbild in der Ringelaier Pfarrkirche identisch ist mit dem Bild im Dom zu Raab, nun Györ, in Ungarn, das dort verehrt wird. Das ungarische Marienbild, so ergaben es dann die Nachforschungen, stammt aus Irland und wurde 1649 vom irischen Bischof Walter Lynch bei seiner Flucht über Brüssel nach Wien mitgenommen. Dort traf er den Raaber Bischof Janos Püsky, der Lynch nach Raab mitnahm, ihm dort ein Kanonikat übertrug und zum Weihbischof ernannte. Als Lynch im Jahre 1663 starb, kam das "Christkindl-Gnadenbild" in die Domkirche von Raab, wo es vom Volk hochverehrt wurde. Am 17. März 1697, dem Fest des heiligen Patrick, des Schutzpatrons Irlands, ist aus dem Raaber Dom ein Ereignis überliefert: drei Stunden lang liefen aus den Augen der Gottesmutter auf dem Gnadenbild blutige Tränen. Dies ist auch auf dem Ringelaier Christkindlbild ausgedrückt. Denn: 1697 ist das Jahr, in dem Maria blutige Tränen weinte. Mit "Sudor Mariae", gleich Schweißtränen Mariens, wird auf dieses Ereignis hingewiesen.

Mit dem Tränenwunder beginnt auch der Zusammenhang zwischen Raab in Ungarn und Ringelai im Bayerischen Wald. Im Jahre 1747 wurde in Ringelai nämlich das Michaelskirchlein erbaut. Lehensherren waren damals die Urleinsberger im Lande des Fürstbischofs von Passau, wie auch in Österreich und Ungarn. Tief beeindruckt von dem Tränenwunder zu Raab gründete Jakob, der letzte Urleinsberger, eine Marienbruderschaft. Als 1747, genau 50 Jahre nach dem Ereignis in Dom zu Raab, das Michaelskirchlein geweiht wurde, stiftete der fromme Lehensherr eine gemalte Kopie des Gnadenbildes. Noch im selben Jahr setzten die "Wallfahrten zum Christkindl von Ringolay" ein.

Die Geschichte des Gnadenbildes in Györ
der Heiligen Jungfrau Maria

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Durch die wundersame Vorsehung Gottes kam dieses Gnadenbild aus Irland nach Györ

Das Gemälde stellt die sich über das Jesuskind beugende, betende Muttergottes dar und war Eigentum einer vornehmen irischen Familie, aus der der Bischof des Clonforter Bistums, Walter Lynch stammte. Dieser war 1649 genötigt, während der schweren Katholikenverfolgungen aus Irland zu fliehen.

Auf seiner Flucht nahm er diese geliebte Familienreliquie mit. Zuerst fand er in Wien Zuflucht, wo er mit dem damaligen Bischof von Györ, Johann Püsky, zusammentraf, der ein großer Marienverehrer war. Dieser lud ihn zu sich nach Györ ein und übertrug ihm das bischöfliche Vikaramt, womit der dem Bischof ein ruhiges Leben sicherte. Hier lebte er bis zu seinem Tode im Jahre 1663. Die Györer hatten den edelgesinnten Oberhirten wie auch das Marienbild sehr liebgewonnen und hängten dieses nach seinem Tode an der Innensüdseite des Domes auf. Hier kamen viele Gebetserhöhrungen vor, wovon die vielen Geschenke und Andenken zeugen, die in der Sakristei aufbewahrt sind.

Nach einigen Jahrzehnten brach in Irland eine neuerliche, schwere Katholikenverfolgung aus. Die liebe Himmelsmutter wollte ihrem Mitgefühl mit dem in der Kirche auf geheimnisvolle Weise weiter lebenden und leidenden Christus Ausdruck verleihen, um am Tage des Festes des Bekehrers und Schutzpatrons der Iren, des Hl. Patrick, weinte das Marienbild am 17. März 1697, als die Verfolgungen ihren Höhepunkt erreichten, drei Stunden hindurch, von 6 bis 9 Uhr früh, blutige Tränen. Die schon zur frühen Morgenstunde in der Kirche Weilenden bemerkten dieses ausserordentliche Ereignis.

Klick  mich zum vergrössern Die Nachricht davon verbreitete sich rasch in der Stadt und alles eilte in die Kirche. Die bischöfliche Burg, die damals Grenzfestung war, bewohnten Soldaten mit ihrem Hauptmann, dem General Siegbert Heister. Sie alle waren mit größter Betroffenheit Zeugen dieses Geschehnisses. Die bischöflichen Behörden nahmen das Bild von der Wand, um es zu untersuchen, konnten aber für diese Erscheinung keine natürliche Erklärung finden. Auch während der Untersuchung der Bluttränen rannen sie unaufhörlich aus den Augen der Muttergottes. Sobald aber amtlich bestätigt worden war, daß es sich um ein Wunder handle, hörte die Himmelsmutter auf zu weinen. Die blutigen Tränen wurden mit einem weissen Linnen aufgetrocknet und diese später in einem silbernen Rahmen eingerahmt. Es ist in der Sakristei aufbewahrt und wird den Gläubigen bei feierlichen Anlässen zum Kuss gereicht.

Hinsichtlich der geschichtlichen Glaubwürdigkeit dieses Geschehnisses kann kein Zweifel bestehen. Alte schriftliche Dokumente beweisen diese Tatsache. Im Stadtarchiv befinden sich Stiftungen auf das Gnadenbild aus den Jahren 1698, 1702, 1704, 1713. Im Juli 1697 wurde das Gnadenbild unter Teilnahme des Kaisers in feierlicher Prozession in die Wiener Stephanskirche getragen. Aufgezeichnet vom Obermundschenk des Regents von Siebenbürgen, Apafi II. Er war damals nach Wien verbannt und vom Hafermarkt aus hat er die Prozession beobachtet.

Der damalige Bischof von Györ, der Sachsenherzog Christian August, ließ das Madonnenbild über einem eigens dafür errichteten Altar im Südteil des Domes in einem Holzrahmen aufhängen. Im Jahre 1767 wurde vom Bischof Franz Zichy der heutige herrliche Barock-Marmoraltar erbaut und für das Gemälde der Silberrahmen angefertigt. Täglich betete er oft lange vor diesem Gnadenbild. Sein Grab befindet sich in der Gruft unterhalb des Gnadenaltars. Seine selbstverfaßte Grabinschrift lautet: "An dieser Stelle liess ich für Dich, Du Mutter der göttlichen Gnade, einen Altar, für mich selbst darunter eine Gruft bauen, damit auf Deine Fürbitte die Gebete der Gläubigen bei Deinem eingeborenen Sohne dem Heil meiner Seele dienen mögen, solange ich im Schatten des Altars ruhe, den ich Dir geweiht habe. Die ganze Ewigkeit hindurch Dein Graf Franz Zichy, Bischöf von Györ".

Die zahlreichen Wallfahrten aus ganz Ungarn und den Nachbarländern bezeugen das Fortleben der Verehrung des Gnadenbildes im herzen der Gläubigen. Viele Tausende pilgern besonders um den 17. März hierher. Der Heilige Vater hat für die Wallfahrten Ablässe und auch eigene Messetexte gewährt.

Die Aufschrift auf dem mit blutigen Tränen getränkten Tüchleins
"Das ist das wahrhafte Abwisch-Tüchlein dem allhiesigen Gnaden-Bildes, welches Blut geschwitzt hat in hiesiger Dom-Kirche, den 17. Monaths Tag März des 1697. Jahres. Welches wir hiermit Gott zu Ehren, Unserer Lieben Frauen und allen Heiligen aufopfern wollen.
Raab, dem 20. Mai 1701".

Du in den Himmel aufgenommene und für uns blutige Tränen geweinte Mutter Gottes, bitte für uns !

Mit freundlicher Unterstützung der Gemeinde Ringelai
Pfarrer-Kainz-Strasse 6 - 94160 Ringelai
http://www.ringelai.de/ - http://www.tourismus-bayerwald.de/
Gemeinde-Ringelai@t-online.de
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