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Der Eifeler Kesselhaken ("Hoal")
Von Joachim Schröder, Pronsfeld
24 Nasen, die nicht schneuzten
Die "Hoal" war der wichtigste Gebrauchsgegenstand der Hausstätte

Der Eifeler Kesselhaken ("Hoal")
Von Joachim Schröder, Pronsfeld

Er zählt zu den ehrwürdigen Stücken altväterlichen Hausrats und war bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts das wichtigste hauswirtschaftliche Gerät: der Kesselhakel, in der Westeifel nur "Hoal" genannt. Als Teil des Herdes mit seinem offenem, auf "Brandruten" oder Feuerböcken" gelagerten Holzscheitfeuer hing er unter der weiten Öffnung des nach oben sich verengenden Schornsteins. Etwa seit den 20er Jahren mußte die Hoal den geschlossenen gußeisernen Herden weichen und ist seither nur noch in Museen oder auf Flohmärkten zu sehen.

Der Kesselhaken glich dem breiten Blatt einer starken Säge mit einseitig nach unten gerichteten Zähnen. In diese Zähne griff ein an einer Zugstange der Gegenseite angebrachter Sperrhaken ein, mit dessen Hilfe man den unten einhängenden Kessel höher oder niedriger hängen konnte. Eine nach dem gleichen Prinzip konstruierte Vorrichtung aus Holz diente übrigens zum Aufhängen des Öllichtes an der Zimmerdecke und wurde in der Westeifel "Stubenhoal" oder "Lichthoal" genannt.

"Hoal" ist eine sehr alte deutsche Benennung, abgeleitet von "hangen".

Mit Hilfe eines am oberen Ende befestigten Ringes war der Kesselhaken an einer Querstange im Schornstein ("Hoarscht") aufgehängt. In größeren Haushalten, Klöstern und Gastronomien waren zwei oder drei der Geräte an einem eisernen Tragegerüst angebracht.

Erstmals erwähnt wird nach meinem Wissen eine Hoal in einem Weistum des Dorfes Düngenheim bei Monreal aus dem Jahre 1521, ferner in einem Nachlassverzeichnis des Pfarrhauses von Heimbach bei Kloster Mariawald von 1593 ("eyn eysern hael mit eynem henghange"). "Das Gerät ist sicherlich aber weit älter, vielleicht brachten es die Römer mit, was aber nicht belegbar ist", meint Richter.

Die Hoal war bei unseren Vorfahren ein hoch angesehenes Stück der Hausstätte. Beweise hierfür sind, dass man sie als Wappenbilder adeliger Geschlechter wiederfindet. Neben dem reinen Zweck war sie auch symbolisch und in der Brauchtumspflege von großer Bedeutung. So wurden in der Eifel jung verheiratete Frauen derart in den Haushalt eingeführt, dass ihnen der Kochlöffel umgehängt und sie dreimal um die Hoal herumgeleitet wurden. Hiermit bedeutete man der jungen Frau, wo künftig ihr neuer Aufgabenbereich liegt, zugleich aber auch, dass sie in die Hausgemeinschaft gehörte.

Richter: "In der Vulkaneifel trat eine Magd ihren neuen Dienst an, indem junge Burschen aus der Nachbarschaft sie dreimal um die Hoal führten und dafür einen Trunk erhielten". In weiten Teilen der Nord- und Osteifel steht die Redensart "De Hoal ophenken" für die Begründung eines Hausstandes und die Bereitung eines ersten Schmauses im neuen Haushalt. Selbst im französischen Sprachgebiet hat "pendre la cremaillere" (cramacula=Kesselhaken) dieselbe Bedeutung.

Mit Hilfe der Hoal wurde in alten Zeiten auch die Abgabe eines Hauses oder Hofes sinnbildlich beurkundet. Ein Alt - Eifeler Rätsel befragt die Kinder nach "24 Nasen, die nicht schneuzen brauchen". Lösung: eine Feuerhoal mit 24 Sägezähnen oder spitznasigen Zacken.

 Immerwährender Eifeler Bauern- und Hauskalender (Gebundene Ausgabe)
von Joachim Schröder (Autor)
Immerwährender Eifeler Bauern- und Hauskalender (Gebundene Ausgabe) von Joachim Schröder (Autor)

Im Folgenden sollen nun weitere eifeltypische Berufe exemplarisch dargestellt werden. Die Darstellungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Mit freundlicher Unterstützung von Joachim Schröder
Titel: Der Eifeler Kesselhaken ("Hoal")
Autor: Joachim Schröder
Copyright: © by Joachim Schröder
gepostet von Joachim Schröder am:
Date: Mon, 10 Dec 2007 16:09:25 EST
Internet: www.joachim-schroeder.com



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