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Christrose - Helleborus niger
Die Christrose im Weihnachtsbrauchtum
Helleborus - "die" Blütenpflanze im Garten für den Winter! "Helleborus muss
man einfach im Garten haben!" (Lestrieux). Die Nieswurz gehört zu den
Hahnenfußgewächsen, sie enthält zahlreiche hautreizende Wirkstoffe, u.a.
Saponine und Protoanemonin. Die meisten Arten bilden Rhizome, mit denen sich
die Pflanzen unterirdisch ausbreiten, wie Helleborus niger. Sie lassen sich
im Frühjahr und Herbst teilen. Für die zweite Gruppe ist die Bildung eines
oberirdischen Stammes typisch wie bei der heimischen und der korsischen
Nieswurz; diese vermehrt man aus Samen.
Allein durch ihr Blatt ist die Christrose, Christblume, Schwarze Nieswurz
oder Schneerose (Helleborus niger - sie ist die eigentliche "Christrose")
schon "Winterschmuck"! In Kälte und Schnee - die Heimat der Christrose sind
die Ost- und Südostalpen und die Karpaten! - gehören einige Arten und Sorten
auch zu den ersten Duftlieferanten des winterlichen Gartens.
Der griechische Gattungsname setzt sich zusammen aus Helein für töten und
bora für Speise, was darauf hinweist, dass der Verzehr tödlich wirkt.
"Niger" weist auf die schwärzlichen Wurzeln hin, die am Rhizom sitzen.
Wenn man - geht oft schon Anfang des Jahres - einige Blüten ins Zimmer holt
sie halten sich in einem kühlen Raum als "Schwimmblüten" in einer Schale
fast zwei Wochen - kommt der schöne Duft allerdings erst so richtig zur
Geltung! In der Vase halten sie sich als Schnittblume aber auch kurze Zeit.
Auf dem Land galt die Christrose als Orakelblume. Man stellte in der
Weihnachtsnacht zwölf Blütenknospen der Christrose ins Wasser. Jede Knospe
bedeutet einen Monat, und man liest das Wetter des kommenden Jahres an der
Art und Weise ab, wie sich die Knospen öffnen. Die geschlossenen Knospen
bedeuten schlechtes Wetter, die offenen gutes.
Das Laub der bei uns heimischen "Stinkenden Nieswurz" (Helleborus foetidus,
nach dem Wurzelgeruch) ist das ganze Jahr attraktiv und eine kräftige
Pflanze bringt über 100 Blüten. Zerreibt man die Wurzel, so entweicht ein
Geruch wie Bratenduft! (aber wer macht das schon?)
Helleborus odorus mit seinem das ganze Jahr zierenden Laub riecht oft nach
Schwarzen Johannisbeeren, einige wenige Herkünfte haben sogar einen feinen
Parfümduft!
Reizvoll (allerdings nicht jedermanns Geschmack) ist auch die "Grüne
Nieswurz", Helleborus viridis mit ihren grünlichen Blüten. Sie sät sich
bereitwillig aus und so vermehrt sich der Bestand schnell.
Die Lenzrosen (Helleborus-Hybriden) stammen aus Kreuzungen der verschiedenen
Arten ab. Dabei haben Helleborus atrorubens und Helleborus purpurascens die
Rosa- und Purpurtöne gebracht. Durch gezielte Kreuzungen entstanden viele
herrliche Hybriden: mit ungefüllten oder auch gefüllten Blüten, gesprenkelt,
punktiert, gestreift. Es gibt - im Gegensatz zu den Rosen, hier auch eine
fast schwarze Hybride.
Auch die Hybriden säen sich aus (sofern man den Boden in Ruhe lässt und
nicht laufend hackt!); doch echt fallen die Sorten nicht - das ist nur durch
Teilung möglich. Und weil Lenzrosen so langsam wachsen, dauert es oft Jahre,
bis eine Sorte dann für den Handel vermehrt werden kann.
Mit freundlicher Unterstützung von Joachim Schröder
Titel: Die Christrose im Weihnachtsbrauchtum -
Autor: Joachim Schröder
Copyright: © by Joachim Schröder
gepostet von Joachim Schröder am:
Date: 10.11.2009 14:13
Internet: www.joachim-schroeder.com
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