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Christophorus
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Eine ausführliche Legende über den heiligen Christophorus gibt es Hier

Christophorus - Gedenktag ist der 25. Juli

Christophorus, der heilige, Martyrer. Dieser Heilige wurde seit uralter Zeit in der morgen- und abendländischen Kirche hochverehrt. Schon im 6ten Jahrhundert trugen Kirchen und Klöster seinen Namen (Boll. 1 Oct. p. 110 und 161; S.Greg. M. ep. X. 33), als Gemälde kommt er schon zu Justinians Zeit im Kloster Sinai vor und es gedenken seiner die ältesten und angesehensten griechischen und lateinischen Matyrologien, teils ohne irgend eine weitere Angabe, wie das Mozarabische (Boll. Tom. VI.Jul.p.85), das Gelonensiche und Wandelbert`sche (L.dÀchery, Spicil. Parisiis 1723. Tom.II. p.32 und 50), teils mit Angabe der Umstände und Art des Martyrthumes, wie die Martyrologien des Rhabanu, Beda`s mit der Erweiterung des Florus,Ado`s, Usuards und Notkers nebst mehreren griechischen (Basnage-Canisius Tom. II. P. 2. p. 335 und P. 3. p. 156; Bol. Tom. II. Martii p. 26; Tom I. Majide Mol.; ad 25. Jul. p. 125, 138,140)).

Die wirkliche Existenz also des hl. Christophorus lässt sich nicht abstreiten und mit Recht sind dafür schon der Jesuit Nic Serarius in seiner Schrift über die Litaneien und Molanus in seiner Geschichte über die hl. Bilder gegen jene Lutheraner in die Schranken getreten, welche aus den Namen, der Riesengestalt und der fabelhaften Legende dieses Heiligen dessen Existenz abläugneten oder sein Bildnis auf nichts weiter als eine Allegorie des Christen und Glaubenslehrers reduzierten. Andere haben zwischen einem wirklichen Blutzeugen Christophorus und dem Riesen gleichen Namens, der in Wirklichkeit nie existiert habe, unterschieden; allein dagegen steht, dass das Fest des vermeintlich fabelhaften Christophorus stets am nämlichen Tage begangen wurde, auf den die alten Martyrologien den Namen des hl. Martyrers Christophorus ansetzten (nämlich 25. Juli in der lateinischen und 9. Mai in der griechischen Kirche) und dass sich die Nachrichten der alten Martyrologien, wenn auch mit allerlei Zutaten, in allen späteren Christophoruslegenden wieder finden.

Wann aber und wie mögen die eben erwähnten Legenden entstanden sein? Die vorhandenen alten Martyrologien berichten nichts von des Heiligen Riesenhaftigkeit und dem, was damit zusammen hängt; aus ihnen lässt sich mit Gewissheit nur das Martyrium des Heiligen beweisen, während sie über Zeit, Ort und andere Umstände seines Todes nicht genau zusammen stimmen, wobei es jedoch am wahrscheinlichsten bleibt, dass er unter der Regierung des Kaisers Decius in Lycien Heiden bekehrt und gelitten habe. Wahrscheinlich fußen sich diese martyrologischen Nachrichten auf alte Passionsakten von ziemlicher Treue die aber leider schon frühzeitig verloren gingen; statt ihrer machten sich baldunechte Akten geltend.

Die ersten deutlichen Spuren von der Riesengröße des hl. Christophorus finden sich im Mozarabischen Missale (Boll. in vita S. Christop. ad 25. Jul. p. 134). Im 10ten Jahrhunderte waren nebst der Riesenhaftigkeit des Heiligen auch schon andere Ausschmückungen und Zutaten hinzugekommen, wie dieses bei dem Spyrer Subdiacon Walther ersichtlich wird, der in Prosa und für die damalige Zeit schönen Versen die Wundertaten des hl. Christophorus beschrieb, auf frühere Legenden hinweist und unter anderem seinem riesigen Helden einen Stock in die Hand gibt, welcher, auf sein Gebet grünend geworden, die Bekehrung vieler Heiden veranlasst habe (B. Pez. Anecdot. Tom. II. p. 27-122; Boll. 1. cit. § IV.). Nach Walther, der im Anfang der Regierung Kaiser Otto III. schrieb, bildete sich unter den Händen anderer zahlreicher Legendisten die Christophorussage in verschiedenen Schattierungen immer mehr aus und erreichte in der goldenen Legende des Jacobus de Voragine († 1298), wonach Kosegarten die Christophoruslegende bearbeitete, ihren Culminationspunct. In gleicher Weise erhielt auch der schon in ältester Zeit große Kult des Heiligen die entsprechende Färbung und Erhöhung.

Man zählte den hl. Christophorus den fünfzehn Nothelfern bei und rief ihn besonders gegen die Pest an (Boll. 23. April. p. 149 und in vita Christoph. p. 130); Vornehme geistlichen und weltlichen Standes trugen seinen Namen; in den Höfen der Häuser, auf den Märkten und vor den Kirchentüren und in den Kirchen prangte sein Bild, wie er in Riesengestalt mit einer grünenden Palme in der Hand und das Meer durchwatend Christus als Kind auf den Schultern trägt; wer sein Bild gesehen, glaubten viel, dem begegne kein Unglück und jäher Tod und wer seine Taten und Wunder beschreibe oder lese, erfreue sich des besonderen göttlichen Schutzes; auch Bruderschaften zu Gebet und Liebeswerken wurden unter seiner Anrufung gegründet und mehrere Kirchen rühmten sich sogar des Besitzes seiner Reliquien, z. B. eines gigantischen Kinnbackens und wundergroßer Gebeine und Zähne. Nun fragt es sich nur noch, was möglicherweise die Veranlassung sein konnte, den hl. Christophorus in der erwähnten Art auszuschmücken. Vielleicht, dass in den ursprünglichen Martyrerakten etwas vorkam, woran sich die Riesenhaftigkeit des Heiligen samt dem übrigen Wunderapparat anbauen konnte, wie etwa, er sei von großer Statur etc. gewesen.

In einem alten griechischen Menologium bei Basnage-Canisius Tom III. P. 1. p. 428 wird er der große Martyrer genannt; womöglich, dass solche Prädikate und insbesondere der Name des Heiligen selbst, „Christophorus d.i. Christusträger”, den Ursprung oder die Ausbildung der Legende veranlaßten. Und selbst die Sage der germanischen Mythologie von dem Riesen scheint an diesen Anknüpfungspunkten auf die legende eingewirkt zu haben (Mythologie von Grimm, 2te Ausgabe S. 496 und 509).

Übrigens halten es Baronius, Papebroek u. A. nicht für unwahrscheinlich, dass die Christophorusbilder ursprünglich einen symbolischen Charakter hatten. Daher singt der Bischof Bida: „Weil du, Christophorus , Christum stets im Herzen trugst, geben die die Maler Christum auf den Schultern zu tragen und weil du viel gelitten hast, malen sie dich zu Fuß das hohe Meer durchwatend . Da du dieses nicht ohne einen großen Leib vermochtest, so geben sie dir Riesenglieder, dass dich auch die größten Tempel nicht fassen und du in strenger Kälte unter freiem Himmel wohnen musst und weil du über alles Harte gesiegt, geben sie dir die grünende Palme zum Reisestab.“ S. Bolland. ad 25. Jul. [Schrödl.]

Quellenangabe:
Kirchen-Lexikon oder Enzyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hilfswissenschaften. Herausgegeben unter Mitwirkung der ausgezeichneten katholischen Gelehrten Deutschlands von Heinrich Joseph Wetzer und Benedikt Welte von 1848

Bild: Holzstich aus dem Buch Legende von den lieben Heiligen Gottes (1863)


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