www.fleurop.de
  www.brauchtumsseiten.de   www.feiertagsseiten.de   www.weihnachtsseiten.de   www.osterseiten.de   www.muttertagsseiten.de   www.pfingstseiten.de
   Sie sind hier :  
Suchbegriff(e) eingeben:
Benutzerdefinierte Suche


Brauchtum im Jahresverlauf oder von A - Z
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
A B C
D E F
G H I
J K L
M N O
P Q R
S T U
V W X
Y Z
Neu  Veranstaltungskalender


468x60

Infos hinzufügen  |  Druck Version  |  PDF Version  |  Buchtips  |  Zurück
Translate this page into English Translate this page into English   |   Traduction française de cette page Pressure Version

Ein Alt - Eifeler Beruf: der Feldhüter
Von Joachim Schröder, Pronsfeld
Ein Alt - Eifeler Beruf: der Feldhüter
Von Joachim Schröder, Pronsfeld

Er gehört in die Kategorie ausgestorbener Berufe wie Hausierer oder Kesselflicker: der Feldhüter. Wächter und Wahrer, Hüter, Heger und Pfleger, solche Bezeichnungen dokumentieren das hohe Ansehen und die verantwortliche Tätigkeit des Feldhüters, der an der Mosel sein Pendant in der Gestalt des Weinbergsschützen hat.
Mit dessen Machtfülle war unser Eifeler Naturmann nicht ausgestattet. Er besaß keine Polizeigewalt, führte keine Waffe mit sich und konnte nur selten eigenverantwortlich entscheiden. Was er mit sich führte war lediglich ein kräftiger Eichenstock, wenn denn einmal körperliche Gewalt vonnöten war.

Den amtlichen Charakter des Eifeler Feldhüters erkannte man an seiner hohen Schirmmütze. Ansonsten war er zivil gekleidet: Gummimantel und -stiefel im Winter, ordentliches Hemd und "Rock" (Jacke) in den übrigen Jahreszeiten. Wo immer er auftrat, wann immer er unerwartet gesichtet wurde, der Respekt war allenthalben groß. Für die Bauersleute war er der "Freund und Helfer", für die Dorfjugend, Wilderer und ortsfremde Touristen ein Schreckgespenst.

Was waren nun seine Aufgaben und worin bestanden seine Pflichten ? Beruf und Bestallung des Feldhüters gehen weit in die Agrargeschichte zurück. Schon lange vor Erlass des preußischen Feld- und Forstgesetzes von 1880 gab es Ordner der dörflichen Fluren und Marken. Das System mit Dreifelderwirtschaft, Wegelosigkeit und Flurzwang begründete wohl die Existenz des Feldhüters. So wird es zunächst seine ureigenste Aufgabe gewesen sein, die Einhaltung des Flurzwanges zu überwachen. Kein Landmann durfte vor Beginn der Feldbestellung oder Ernte über das Feld des anderen fahren oder eine Brachfläche einsäen. Wegen der Streulagen und großen Parzellenzersplitterung achtete der Feldhüter peinlich genau auf die Einhaltung dieser strengen Vorschriften, die im Polizeigesetz verankert waren. In Gebieten mit geschlossener Erbfolge oder früher Flurbereinigungen war das Amt des Hüters schon zeitig überflüssig geworden. Der preußischen Dienstvorschrift lag zugrunde, einen geordneten Ablauf der bäuerlichen Arbeiten mit Hilfe des Feldhüters zu gewährleisten. Zudem sollte die Bauerngemarkung von ungünstigen Einflüssen Fremder bewahrt bleiben.
So schritt er über Felder, Flurwege und Äcker und schaute nach allem. Er kontrollierte den Bachlauf, sah nach den Obstbäumen in den Streuwiesen und Bungerten, beobachtete mit Argusaugen das Aufkeimen der Frucht, durchstreifte die jungen Fichtenschonungen und Baumkulturen. Frevler und allzu fesche Burschen, die er erwischte, erhielten eine gehörige Tracht Prügel, manchmal blieb es bei lautstarken Mahnworten.

Als Heger und Schützer der Natur trat er auf den Plan, wenn das Fuhrwerk eines Bauern oder Händlers über einen mit einem Strohwisch gekennzeichneten Acker oder eine frisch eingesäte Wiese rollte. Fahrendes Volk wie Kesselflicker und Korbmacher galt es zu kontrollieren: sie mussten vor der Bannmeile des Dorfes mit ihrem Fuhrwerk parken. An Sonntagen galt sein ganzes Augenmerk den Spaziergängern und Touristen: sie durften weder die Wiesen betreten noch Blumen rupfen, Kornfeldränder antasten oder Äste knicken. Weidekätzchendiebe verfolgte er ebenso scharf wie Wild- oder Fischfrevler. Zur Hütezeit des Viehs wachte er über die Nachbarfelder und die Wanderschafherden. Weiderechte wurden hier nicht immer so genau genommen. Doch galt es, junge Raps- und Roggenfelder besonders zu sichern. Nicht selten kam es mit fremden Schäfern zu handfesten Auseinandersetzungen.
Nur einmal gestattete er den vielen Kindern den Zugang zu den Blumen und Blüten in Wiesen und an Wegesrändern: vor den Tagen des Fronleichnamsfestes. Bereitwillig zeigte der Feldhüter den Kleinen Stellen, wo sie keinen größeren Schaden anrichten konnten und Blumen besonders üppig blühten.
Im Frühjahr wehrte er den "Flämmbuben", die oftmals unterwegs waren und zündelten. Kranken Bäumen half er mit seiner speziellen Medizin und bestrich Wunden mit Baumwachs. Aufgewühlte Rübenkaulen deckte er sachgemäß ab, damit sie dem Winterfrost trotzen konnten. Nach den Herbst- und Winterstürmen brachte er verwehte Strohwische wieder ordnungsgemäß an und setzte beschädigte Vogelscheuchen wieder instand.

Er selbst lebte den Mitmenschen ein Leben im Einklang mit der Natur vor. Seine spärliche Hütte war mit einem Gärtchen umgeben und liebevoll versorgte er die Singvögel. Die Bienen summten und unzählige Blumen blühten in seinem Wohnbereich in der Flur. Er schuf sich einen Regenwasservorrat, von dem er in trockenen Zeiten lange zehrte.
Der Eifeler Feldhüter - ein wahrer Landschafts- und Naturpfleger, Heger, Wächter und Wahrer bäuerlichen Tuns und Wirkens.

Im Folgenden sollen nun weitere eifeltypische Berufe exemplarisch dargestellt werden. Die Darstellungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Feldhüter  | Heilkunst  | Kesselhaken  | Köhler  | Korbmacher  | Maurer  | Müller  | Schmied  | Schröter  | Schuster  | Töpfer  | Wagner

Mit freundlicher Unterstützung von Joachim Schröder
Titel: Ein Alt - Eifeler Beruf: der Feldhüter
Autor: Joachim Schröder
Copyright: © by Joachim Schröder
gepostet von Joachim Schröder am:
Date: Mon, 10 Dec 2007 16:09:25 EST


Alle Beiträge von Joachim Schröder


Jetzt Neu:
Veranstaltungskalender für Brauchtum und Tradition
Brauchtum - F -
  1. Fackellauf
  2. Fackelskilauf
  3. Fackelsonntag
  4. Fackelzug
  5. Fahnentragen
  6. Fahnenweihe
  7. Fahrzeugsegnung
  8. Fasching
  9. Faschingsbegraben
  10. Faschingsbrief
  11. Faschingsgilde
  12. Faschingskrapfen
  13. Faschingssitzung
  14. Faschingsumzug
  15. Fassdaubenrennen
  16. Fasselrutschen
  17. Fasselschlagen
  18. Fastenbier
  19. Fastenbrechen
  20. Fastengebäck
  21. Fastenkreuz
  22. Fastenopfer
  23. Fastensonntage
  24. Fastenspeisen
  25. Fastentuch
  26. Fastentücher
  27. Fastenwähe
  28. Fastenzeit
  29. Fastenzettel
  30. Fastnacht
  31. Fastnachtsgebäck
  32. Fatschenkinder
  33. Fatschenkindl
  34. Fatschnkindl
  35. Feiertagberechnung
  36. Feigen
  37. Feitelbegraben
  38. Feldhüter
  39. Feldkreuz
  40. Feldumgang
  41. Fensterleuchter
  42. Ferkelsboch-Rouladen
  43. Fest der Auferstehung
  44. Festgebäck
  45. Fetzenumzug
  46. Feuer
  47. Feuerheilige
  48. Feuerherd
  49. Feuerräder
  50. Feuersegnung
  51. Feuersprung
  52. Feuerwehrfest
  53. Feuerwerk
  54. Feuerzungen
  55. Fiaker
  56. Fischessen
  57. Flammenkuchen
  58. Fliegenpilz
  59. Flinserln
  60. Florian
  61. Florianfeier
  62. Florianimessen
  63. Florianischnitten
  64. Florianisingen
  65. Florianstag
  66. Flurprozession
  67. Flurumgänge
  68. Flurumritt
  69. Formgebäck
  70. Franziskaner
  71. Frauenbildtragen
  72. Frauendreißiger
  73. Frauentag
  74. Frau Holle
  75. Frautragen
  76. Freitag
  77. Freitagsgebet
  78. Freitagsläuten
  79. Friedensfest
  80. Friedenslicht
  81. Friedhof, Friedhöfe
  82. Fronleichnam
  83. Fronleichnamsspiele
  84. Fronleichnamstücher
  85. Fronleichnamsgedichte
  86. Früchtebrot
  87. Frühling
  88. Frühlingsbräuche
  89. Frühlingsvollmond
  90. Funkenabbrennen
  91. Funkenschlagen
  92. Funkensonntag
  93. Funkenzünfte
  94. Fußwaschung


   Postfach  | Impressum  | Haftungsausschluss  | Disclaimer  | Partner
Die Brauchtumsseiten    (http://www.brauchtumsseiten.de)
Copyright © by Josef Dirschl, www.brauchtumsseiten.de    -    info@brauchtumsseiten.de
ALLE RECHTE VORBEHALTEN / ALL RIGHTS RESERVED
Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits

Haftungshinweis:
Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf meiner Homepage und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf dieser Website angebrachten Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.