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Lama
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Lama - Lama bedeutet in der tibetanischen Sprache Priester

Lama bedeutet in der tibetanischen Sprache Priester. Mit der Annahme des Buddhaismus kam dieses Wort auch zu den Mongolen und Kalmücken, deren religion man daher öfters die lamaische genannt hat. In derselben wird als höchster Gott Buddha und als dessen Stellvertreter Dalai Lama, d. i. Meerespriester, verehrt.

Dalai Lama ist das Oberhaupt der geistlichen und weltlichen Macht in Tibet. Er ist nicht blos sichtbarere Stellvertreter der Gottheit auf Erden, sondern zugleich ein wirkliche Gottheit. Seinen gewöhnlichen Wohnsitz hat er abwechselnd in den beiden in der Nähe von Lassa, der Hauptstadt Tibets, gelegenen Klöstern. Stets ist er von einer Menge Priester umgeben; kein weibliches Wesen aber darf da, wo er sich aufhält, übernachten.

Die Anbetung der Gläubigen empfängt er mir übereinandergeschlagenen Beinen sitzend auf einer Art Altar. Nächst den Tibetanern bezeigen ihm die Mongolen die größte Ehrerbietung. Er grüßt Niemand und begnügt sich, seine Hand auf das Haupt der Gläubigen zu legen, die dadurch Vergebung der Sünden zu erlangen glauben. Nur zu Zeiten teilt er geweihte Kügelchen aus, mit denen man viel Aberglauben treibt.

Seine Macht war früher größer als gegenwärtig, wo er vom Kaiser von China, obschon ihm dieser in religiöser Hinsicht unterworfen ist, abhaängt. In seiner Hauptstadt Lassa liegt stets eine chines. Garnison und in Peking gibt es einen Unterlama, der als Nuntius von Tibet abgesandt wird.

Dem Dalai Lama stehen an Macht zunächst der Tischu-lama oder Bogdo-lama, welcher zu Tischu-Lumbu, zehn Tagesreisen seitwärts von Lassa, wohnt, und der Dharma-lama, der in Butan residirt. Untergeordnete sind ihnen zahlreiche Geistliche von verschiedenem Range, die in großem Ansehen stehen, den Unterricht besorgen, zum Teil nach gewissen Ordensregeln und nach Verschiedenheit der Sekten bald verheiratet sind, wie die Rotmützen oder die Anhänger des Tischu-lama, bald in ehelosem Stande leben, wie die Gelbmützen oder Anhänger des Dalai Lama.

Quelle: Allgemeine Real-Enzyklopädie für gebildete Stände von 1845

Aktuelle Anmerkung: Durch die Eroberung von Tibet und der Stadt Lhasa (Lassa), wurde der Dalai Lama am 17. März 1959 gezwungen nach Indien ins Exil zu fliehen und lebt und regiert seither aus Dharamsala (Himachal Pradesh) aus dem Exil. Tenzin Gyatso ist als jetziger Dalai Lama das Oberhaupt der demokratischen, tibetischen Exilregierung, die jedoch von der Volksrepublik China nicht anerkannt wird.

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