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Fastnacht, Fasnacht, Faasnacht
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Alles über die Fastnacht, Fasnacht, Faasnacht im Kleinwalsertal gibt es Hier.

Fastnacht, aus dem Bilder Conversations-Lexikon von 1838

Fastnacht ist der Tag vor Aschermittwoch, in dessen Nacht die großen Fasten der katholischen Kirche ihren Anfang nehmen. Es war der letzte Tag, an welchem der Genuss der Fleischspeisen und weltliche Vergnügungen erlaubt waren. Daher wurde es Sitte, an ihm und während der vorhergehenden Tage gleichsam von dem Fleische Abschied zu nehmen, welches in dem ital. Worte Carneval (aus carne und vale, d. h. leb wohl, Fleisch!) ausgedrückt ist.

Der Carneval oder Fasching, wie er im südlichen Deutschland heißt, wurde daher ein Fest der größten Ausgelassenheit und nicht ungegründet ist die Vermutung, dass dieses Fest, wie mancher andere Brauch, aus dem röm. Heidentum in die röm.-christliche Kirche übergegangen sei. Wir finden nämlich bei den alten Römern das Fest der Saturnalien, an welchem ähnliche Thorheiten getrieben wurden, wie sie zur Carnevalszeit in den großen Städten Italiens noch gegenwärtig üblich sind.

Besonders ausgezeichnet durch Pracht, Mutwillen und Volksjubel sind der Carneval zu Venedig und der zu Rom. Diese feste werden durch den großen Zusammenfluß von reichen Fremden, die aus allen Gegenden am liebsten zu dieser Zeit nach Italien reisen sowie durch die Lebhaftigkeit des Charakters der Italiener erhöht. Jung und Alt, Männer und Weiber werfen sich in allerlei, zum Teil prächtige, zum Teil komische Verkleidungen und indem sie irgend einen wirklichen oder fingierten Charakter, Männer in Weiberkleidern und umgekehrt, mit der größten Lebhaftigkeit durchführen, suchen sie die Thorheit, welche Alle ergriffen , auszudrücken, zu erhalten und nach Kräften zu steigern. Unsere Maskenbälle, welche auch vor Beginn der Fastenzeit abgehalten werden, können nur ein schwaches Bild von einem röm. Carneval geben. Dieser wird nicht in engen Zimmern, sondern unter dem freien heitern ital. Himmel gefeiert; es haben nicht nur die Gebildeten Zutritt zu ihm, sondern Jeder, weß Namens und Standes er auch sein mag. Daher wird der Mutwille durch keine Bande des gesellschaftlichen Zwangs, ja nicht einmal der Sittlichkeit in Zügel gehalten. Die Thorheit wird nicht an einem Abende angenommen und abgetan, sondern Tage lang fortgesetzt und die Polizei nimmt den ruhigen, ernsten Bürger in Schutz, der die Angriffe der Thorheitz von sich abhalten will, sondern die Thoren sind die unantastbaren Personen, denen kein, wenn auch etwas derber Scherz, übelgenommen werden darf. Außer den Masken der Pulcinells, der Quacqueri, Bettler, Domino u. a. haben die ital. Carnevals in den verschiedenen Städten noch besondere Eigentümlichkeiten.

In Rom wird der Carneval auf der langen Straße Corso abgehalten.

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Zu beiden Seiten sind Erhöhungen für die Fußgänger, auf denen Stühle vermietet werden und zwei Reihen von Wagen mit bunten Masken gefüllt ziehen auf der einen Seite hin, auf der anderen her. Zwischen diesen Wagen wimmelt es von Masken. Es ist ein Gedränge und Geschrei, von dessen Verwirrung wir keine Vorstellung haben. Alle Häuser sind überdies mit reichen Teppichen verziert und aus allen Fenstern schauen Masken auf das Gewirr der Straße.

Zu der Erhöhung der allgemeinen Lebendigkeit trägt nicht wenig die allgemeine Sitte bei, sich gegenseitig mit Konfetti zu bewerfen. Ursprünglich waren dies überzuckerte Körner, mit denen man sich im Scherz bewarf, jetzt bepudert einer den anderen mit Gipskörnern, die von Krämern geschäftig verkauft werden und jede Maske führt diese Waffe zur Verteidigung und zum Angriffe bei sich. Jeder Tag des Carnevals wird durch ein Pferderennen beschlossen, welches dem Jubel des Volkes die Krone aufsetzt. Soldaten entfernen aus der Mitte zwischen beiden Wagenreihen die Menschen und darauf werden nach einem gegebenen Zeichen mutige Rosse ohne Zügel und Reiter an dem einen Ende des Corso losgelassen, welche mit einer pfeilschnellen Geschwindigkeit die lange Straße herunter rennen. Der Besitzer des zuerst am Ziele anlangenden Rosses erhält ein Stück Gold- oder Silberstoff. Nachdem am letzten Tage das letzte Pferderennen gehalten, nimmt mit der einbrechenden Nacht die allgemeine Lust den gewaltigsten Aufschwung, um dann in die stille Fastenzeit sich aufzulösen.

Lichter (Moccoli) erscheinen immer mehr und mehr, bald hat jede Maske ihr Licht, ja oft ganze Aufsätze von Lichtern. Alle Wagen und Häuser sind gleichfalls mit Lichtern besetzt. Die Lust besteht darin, dass einer dem andern ohne Unterlass das Licht auszulöschen versucht, dass eine hier zum Scherz gewordene Verwünschung Jeden trifft, dem sein Licht ausgelöscht wurde.

„Sia ammazzato!“ (werde ermordet!) ist das allgemeine Lösungswort, das alle einander zurufen, womit keiner verschont wird, während alle im lustigen Kampfe um die Lichter begriffen sind. Erst nachdem das Gedränge und Geschrei einen Grad erreicht, der an den tollsten Wahnsinn grenzt, nachdem sich die Mehrzahl müde geschrien und gedrängt, tritt allmählich Beruhigung ein, die Masken schleichen sich, sowie der Menschenknäuel sich allmählich lockert und auflöst, nach Hause, um dort mit einem Schmause zu beschließen, oder ins Theater und so endet das Fest. - Mit dem italienischen Carneval hat in Deutschland nur der kölnische einige Ähnlichkeit, welcher ebenfalls öffentlich auf den Straßen und in Sälen abgehalten wird. Aber auch dieser, sowie der pariser Carneval, welcher ebenfalls öffentlich ist, steht dem ital. An Lebhaftigkeit nach. – Der Fastnachtsfeier in Deutschland verdanken die lustigen Fastnachtsspiele ihren Ursprung, an denen die wohlhabenden Bürger der Reichstädte ein großes Wohlgefallen fanden. Sie waren Komödien voll derber Späße und kernigen Witzes.

Quelle:
Bilder Conversations-Lexikon für das deutsche Volk, ein Handbuch zu Bereitung gemeinnütziger Kenntnisse und zur Unterhaltung in vier Bänden; zweiter Band von 1838.


Fastnacht, aus dem Meyers Konversations-Lexikon von 1875

Fastnacht (Fastenabend), der Abend oder Tag vor Beginn der Fasten, namentlich der Fastenzeit vor Ostern, in der lateinischen Kirche der Dienstag vor Aschermittwoch. Herrenfastnacht heißt der Sonntag Estomibi, weil am Montag nach ihm das Fasten der „Herren“ oder „Pfaffen“ anfing; Weiberfastnacht am Rhein der Donnerstag vor dem Sonntag Ouinguagesimä oder dem Fastnachtssonntag, und alte Fastnacht der Sonntag Invocabit, dessen nächster Morgen ehemals als Beginn der fasten diente. Um sich für die folgende Entbehrungszeit im voraus schadlos zu halten, kam schon im Mittelalter die Sitte auf, die Fastnacht mit Gelagen (Fastnachtsschmäusen), Tänzen, possen, Maskeraden und dergl. zu begehen und selbst die nicht fastenden Protestanten haben manches davon beibehalten. Im katholischen Ländern dehnt man die Fastnachtslustbarkeiten auf die ganze letzte Woche vor dem Fasten, oft noch länger aus, und nennt dann diese Zeit gewöhnlich Karneval (s.d.), im südlichen Deutschland auch Fasching.


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