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Brunnenfeste
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Brunnenfest - am Beispiel von Bad Langensalza

Brunnenfest in Bad Langensalza (Thüringen)

Die Geschichte des Brunnenfestes

Klick mich zum vergrössern Der Anlass für das immer wieder gern gefeierte Volksfest war die Eröffnung des ersten Schwefelbades und die Weihe der Schwefelquellen nördlich unserer Stadt am 02. August 1812.

Erst im Juni 1811 kam das Schwefelwasser im Graben für ein neues Flussbett der Unstrut in der Nähe des benachbarten Ortes Merxleben, heute Ortsteil von Bad Langensalza, zum Vorschein. Das Schwefelwasser ist ein sich ständig neu bildendes Schichtwasser, welches sich in den dazu bestimmten Brunnenschächten sammelt und zu Verwendung abgepumpt werden muss.

Das erste Brunnenfest fand am 02. August 1812 statt. Von da an war das Langensalzaer Brunnenfest eine alljährlich am 1. Sonntag des Monats August wiederkehrende Dankfeier für die von Gott bescherte in der Nähe der Stadt befindliche Schwefelheilquelle.

Klick mich zum vergrössern Unweit der Quelle spielten die Stadtmusikanten für das versammelte Volk, in den zahlreichen Zelten und Buden wurden Getränke und Speisen verkauft. Die Feier dauert die ganze Nacht hindurch, sogar fünf bis sechs Meilen weit waren Gesellschaften und Kutschen gekommen. Schon von weitem war die Illumination zu sehen, um die Quelle herum, den Salon herum und entlang des Weges zum Salon leuchteten sehr viele Lampen, die Tanzfläche wurde mit Laternen auf großen Säulen beleuchtet.

Für die Menschen des beginnenden 19 Jh. war das Brunnenfest etwas neues, der bekannte Chronist Carl Friedrich Göschel schrieb 1844: "Jetzt gesellt sich in dem jährlichen Brunnenfest ein Volksfest dazu, welches in seiner damaligen Anlage zugleich ein sehr liebreiches Kinderfest in sich zu begreifen scheint."

Bis dato gab es zwei ausgesprochene Volksfeste, das der Fuhrleute zu Pfingsten, und das Gregoriusfest der Kinder. Das symbolhafte Schmücken der Schwefelquelle mit Blumen durch weißgekleidete, mit Kränzen gezierten Mädchen und das gemeinsame Singen der Weihgesänge an der Quelle waren wesentliche Bestandteile des Brunnenfestes.

Klick mich zum vergrössern Die Texte des Brunnenfestgesänge widerspiegeln die Gedanken und Gefühle der Menschen jener Zeit. Für die Schwefelquelle fanden sie solche Begriffe wie "Wunder Gottes", "Heiligtum der Werde", "Kleinod", "Lebensquell". Sie begriffen die Schwefelquelle als Schatz der Natur, der durch den Willen Gottes emporstieg und deshalb nicht als Selbstverständlichkeit hingenommen wurde. Vielmehr war es für sie eine Spende, ein Geschenk Gottes, das auch vergänglich sein kann.

Mitte des 19. Jh. waren Illuminationen sehr beliebt. 1851 wurde das Luftfeuerwerk "Bombardement des Peterstores während der Leipziger Völkerschlacht" vorgezaubert, oder die "Nacht in Venedig". Der Badewirt Friedrich Karl Graf bot 1851 von Sonntag, den 03.08. bis Freitag, 08.08. täglich Konzerte, Tanz und Bewirtung an. Zum Brunnenfest 1887 kam ein Breslauer Wandermuseum mit 8000 Exemplaren auf die Badewiese, der Zirkus Hagenbeck weilte zwei Tage in Langensalza. Im Jahr 1900 hatte erstmalig ein Wanderkinemategraph seine Zelte auf der Festwiese aufgebaut. Für das hundertjährige Jubiläum wurden z. B. angekündigt Doppendecker-Ärolan, Zeppelin-Karusell, Haases Rutschbahn mit elektrischer Rolltreppe, ein Teufelsrad usw. Wahrscheinlich hat sich nach 1900 eingebürgert, daß am Festzug nicht nur die Jungen und Mädchen aller Schulen der Stadt teilnahmen, sondern auch die Mütter, Väter und weitere Freunde. Auf einem Foto, um das Jahr 1920 einstanden, sind auch die bis heute gebräuchlichen großen Blumenkronen zu erkennen, die dann an der Schwefelquelle abgelegt werden. Das Langensalzaer Tageblatt berichtet am 04.08.1926, daß die Kinder drei größere Blumenkronen und viele mit Blumen und Grün geschmückte Bögen getragen haben.

Klick mich zum vergrössern Die Zeitung berichtete, daß 1926 mehr als 5000 auswärtige Besucher zum Brunnenfest kamen, es war keine Seltenheit, daß Sonderzüge der Bahn für das Langensalzaer Brunnenfest eingesetzt wurden.

Nach 1939 fanden sog. "kriegsmäßige" Brunnenfeste statt. Der traditionelle Ablauf wurde insofern geändert, daß der Blumenschmuck nicht mehr an den Schwefelwasserbrunnen, sondern am Kriegerdenkmal in der Kurpromenade abgelegt wurde. Von 1934 an wurden Kinderfeste veranstaltet, wobei besonderer Wert auf heimatliche Bräuche gelegt wurde und z. B. heimatliche Volkstänze aufgeführt wurden. Auf Kosten der Stadt erhielten die Kinder Limonade, Kuchen und einen Wertgutschein. Im Jahr 1944 fand das letzte "kriegsmäßige" Brunnenfest statt.

Im Jahr 1947 fand das erste Brunnenfest nach Kriegsende statt. Seitdem hat sich der traditionelle Ablauf geändert. Der Festumzug der Kinder zum Schmücken der Schwefelbrunnen führte nicht mehr zu den Badewiesen am Jüdenhügel, so dass der Schwefelbrunnen selbst nicht mehr geschmückt wurde. 1947 endete der Festumzug der Kinder auf dem Platz hinter dem heutigen Kultur- und Kongresszentrum, die Blumen und Blumenkronen legten die Kinder am Springbrunnen vor dem Kulturhaus ab. Als Festplatz wurde und wird seitdem dieser Platz genutzt, der heutige Jahnplatz. Das symbolhafte Schmücken der Brunnen in der Stadt mit Blumen und Blumenkronen durch die Kinder hat sich bis heute erhalten. Die ersten Brunnenfestlieder sind kaum noch bekannt und werden nicht mehr gesungen. Es entstanden aber neue Lieder.

Zur Eröffnungsveranstaltung des Brunnenfestes am 28. Juli 1956 erhielt der damalige Bürgermeister Kurt Liehr die Urkunde für den neuen Namen unserer Stadt - Bad Langensalza - heißt unsere Stadt seitdem. Ein historisches Ereignis nach fast 144 Jahren Badebetrieb in Langensalza.

Träger der Brunnenfeste seit 1947 war und ist im wesentlichen die Stadtverwaltung. Gemeinsam mit einem Brunnenfestkomitee werden die kulturellen Programme, der Rummel und der Festzug organisiert. Über viele Jahre hinweg übernahmen viele unentwegte und ehrenamtlich tätige Bürger unserer Stadt die konkrete Vorbereitung und Durchführung des Umzuges.




Inhalte mit freundlicher Unterstützung von

Sandra Haun
Stadtverwaltung Bad Langensalza
Amt Kultur, Sport und Tourismus
Marktstraße 1
99947 Bad Langensalza
www.bad-langensalza.de
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