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Ein ausführlicher Bericht ├╝ber die traditionelle Fertigung einer Erntekrone gibt es Hier.

Erntedankbrauchtum in der Oberpfalz - Der „Troibusch´n“, ein vergessener Erntebrauch wurde wiederbelebt

Bild 1 - Liebevoll angerichteter Erntealtar, rechts  im Bild, eine nachgestellte Monstranz aus Getreidähren Neben der jährlich wiederkehrenden Bereitung des Erntedankaltares mit Früchten aus Feld, Flur und Garten wurde 1992 in der Pfarrei Oberviechtach ein in der Nachkriegszeit untergegangener Brauch, das Fertigen von „Troibusch´n“ (Getreidebusch´n) zum Erntedankfest wiederbelebt. Dazu treffen sich Frauen aus den umliegenden Dörfern, um diese Sträuße in einem jährlich turnusgemäßen Rhythmus zu binden. Das Erstellen einer knapp 2,0 Meter hohen Erntekrone zur Schmückung des Altarraumes übernimmt jeweils der Garten- und Ortsverschönerungsverein.

Bei dem wiederbelebten Brauch handelt es sich um einen Strauß aus den Ähren unserer vier heimischen Getreidearten Roggen, Weizen, Hafer und Gerste, ringsherum eingebunden mit herbstlichen Blumen aus dem Bauerngarten sowie der Natur, die Stiele mit einem buntkariertem Tüchlein zusammen gebunden und zusätzlich mit Schleifchen versehen.

Bild 2 - Fast 2 Meter hoch ist die aus den vier Getreidearten hergestellt Erntekrone Diese einfachen schlichten Getreidebuschen nimmt man am Erntedankfest mit in die Kirche, wo sie im Gottesdienst vom Priester gesegnet werden. Ursprünglich wurden sie nur von den Bäuerinnen/Frauen getragen, später nur noch von Kindern. Da nicht in jedem Haus Kinder waren, kam es schon einmal vor, dass eine Kind gleich mehrere Sträuße zur Segnung zu bringen hatte. Das kam davon, dass sich so manche Bäuerin aus falsch verstandener Heimattümelei genierte, diesen Brauch zu pflegen.

Bild 3 - Erntemonstranz - Die Monstranz, ein Wunderwerk, aus Hunderten Ähren des vorkommenden Getreides dargestellt Die vom Priester gesegneten Sträüße werden nach dem Gottesdienst nach Hause getragen und in bäuerlichen Anwesen am „Tram“ (Querbalken im Stadel/Scheune) umgekehrt aufgehängt, um nicht den Mäusen als Fraß zu dienen; dort verbleiben sie bis zum nächsten Erntedank. Sie sollen nach Volksmeinung gegen Unwetter und sonstige Schäden in der Landwirtschaft (auch Blitzschlag) schützen, aber auch „Gewähr bieten“ für eine gute nächste Ernte.

Bild 4 - Troibusch´n - Der Troi/Getreide)busch´n, hier in einer Vase aufbewahrt, aus Ähren von Roggen, Gerste, Hafer und Weizen sowie Herbstblumen, und mit einem buntkariertem Bändchen zusammengehalten In nichtlandwirtschaftlichen Anwesen werden die Sträuße entweder im Herrgottswinkel oder ganz einfach als Tischschmuck in einer Vase aufbewahrt, um auf diese Weise dem Herrgott für das tägliche Brot zu danken.
Um auch Privatleuten den Genuss der bunten Sträuße nicht vorzuenthalten, fertigen die Frauen eine größere Anzahl, die sie jeweils vor den Gottesdiensten zum Kauf anbieten. Der Erlös wird dann zum Unterhalt der Kirche/Nebenkirchen oder sonstigen kirchlichen Zwecken gespendet.

Dieser schöne alte Brauch ist seit seiner Wiederbelebung gut angenommen worden und fand sofort Anerkennung und Anklang. Leider tritt seit geraumer Zeit ein Manko auf, das die Herstellung der Busch´n stark beeinträchtigt: Der Anbau von Getreide ist in unseren Breiten nicht mehr kostenintensiv, die Bauern lassen sich ihr Futtergetreide anfahren und lagern es in Silos. So wird es immer schwerer die erforderlichen Ähren der vier Getreidesorten zusammen zu tragen, um die Gebinde anzufertigen.

  • Bild 1 - Liebevoll angerichteter Erntealtar, rechts im Bild, eine nachgestellte Monstranz aus Getreidähren.
  • Bild 2 - Fast 2 Meter hoch ist die aus den vier Getreidearten hergestellt Erntekrone.
  • Bild 3 - Erntemonstranz - Die Monstranz, ein Wunderwerk, aus Hunderten Ähren des vorkommenden Getreides dargestellt.
  • Bild 4 - Troibusch´n - Der Troi/Getreide)busch´n, hier in einer Vase aufbewahrt, aus Ähren von Roggen, Gerste, Hafer und Weizen sowie Herbstblumen, und mit einem buntkariertem Bändchen zusammengehalten.

Quellenangabe:
Inhalt mit freundlicher Unterstützung von
Hubert Teplitzky, ehem.Kreisheimatpfleger im Landkreis Schwandorf
92526 Oberviechtach (Bayern)
Autor des Textes: Hubert Teplitzky
Titel: Erntedankbrauchtum in der Oberpfalz
Copyright: Hubert Teplitzky
Date: 20.10.2016 19:19

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