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O du fröhliche
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O du fröhliche -

Am Heiligen Abend des Jahres 1806, an einem Abend voller trauriger Erinnerungen, summte Johannes Falk die Melodie eines alten Seemannsliedes aus Sizilien.

Er hatte schon wiederholt seinen berühmten Freund Goethe gebeten, zu dieser Melodie einen neuen Text zu dichten. Jetzt versuchte er es selbst: "O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit. Welt ging verloren, Christ ward geboren, freue, o freue dich, o Christenheit!"

O du fröhliche, o du selige, 
gnadenbringende Weihnachtszeit! 
Welt ging verloren, 
Christ ist geboren: 
freue, freue dich, o Christenheit! 

O du fröhliche, o du selige, 
gnadenbringende Weihnachtszeit! 
Christ ist erschienen, 
uns zu versühnen: 
freue, freue dich, o Christenheit! 

O du fröhliche, o du selige, 
gnadenbringende Weihnachtszeit! 
Himmlische Heere 
jauchzen dir Ehre: 
Freue, freue dich o Christenheit!  

Johannes Daniel Falk, als Sohn einer armen Familie geboren, studierte Dank eines Stipendiums seiner Heimatstadt Theologie in Halle, konnte sich aber mit der dort gelehrten rationalistischen Theologie nicht anfreunden und wurde Privatgelehrter und freier Dichter. 1797 ging er nach Weimar und war mit Johann Wolfgang von Goethe, == Johann Gottfried Herder und Christoph Martin Wieland befreundet. 1798 wurde er zum Legationsrat ernannt. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt stellte er sich dem französischen Kommandanten als Dolmetscher zur Verfügung und konnte übermäßige Plünderungen verhindern; als es vor der Schlacht von Leipzig wieder zu Plünderungen kam, konnte Falk vom französischen General zwei Kompanien erhalten, mit denen er im Land Ordnung schaffte.

1813 starben bei einer Typhusseuche vier der sieben Kinder von Falk, er selbst wurde todkrank. Diese Erlebnisse veranlassten ihn, sich um heimatlose Waisen zu kümmern. Er gründete 1813 die "Gesellschaft der Freunde in der Not" und nahm auch selber Kinder auf. 1816, in schwerer Zeit, dichtete er auf die Melodie eines sizilianischen Marienlobgesangs die erste Strophe des Weihnachtsliedes, die er mit diesen Kindern sang und die zu einem der bekanntesten Weihnachtslieder geworden ist: "O du fröhliche" (Evangelisches Gesangbuch 44) - ein Gehilfe Falks, Heinrich Holzschuher, dichtete noch zwei weitere Strophen hinzu.

1819 starb Falks 19-jähriger Sohn, 1821 starb sein letztes Kind im Alter von 16 Jahren. Falk erwarb unter Einsatz seines Privatvermögens den verfallenen "Lutherhof", baute ihn mit Hilfe der Waisenkinder und der "Gesellschaft der Freunde in der Not" wieder auf und schuf so das erste Rettungshaus für verwahrloste Kinder; nach dem Vorbild Falks entstand u.a. 1833 das "Rauhe Haus" von Johann Hinrich Wichern. 1825 erkrankte Falk schwer; nach monatelanger schmerzhafter Krankheit starb er.

1998 wurde die "Gesellschaft der Freunde in der Not" in Weimar neu gegründet.

Inhalte und Bilder mit freundlicher Erlaubnis von
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