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Judica
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Judica
Judica - ist benannt nach dem Anfang des Introitus,

Einleitung:
Judica ist ein nicht seltener Name des fünften Sonntags in der Fasten, der bekanntlich auch Passionssonntag genannt wird. Er kommt davon her, daß der Introitus der Messe dieses Sonntags mit der Antiphon beginnt:

„Judica me, Deus, et discerne causam meam de gente non sancta, ab homine iniquo et dolose, eripe me, quia tu es Deus et fortitudo mea” (Psalm 42, 1.2.).

Introitus bedeutet:

  • Der Chorgesang beim Einzug des kath. Pristers zur hl. Messe.
  • In der ev. Liturgie das erste Lied, oder Stück etc des Gottesdienstes.

Andere Namen für Judica sind:

  • Roter Sonntag
  • Schwarzer Sonntag
  • 5. Fastensontag
  • 5. Passionssontag
  • 2. Sonntag vor Ostern
  • Erbsensonntag
  • Dominica de passione

In Großbritanien steht der Name auch in Verbindung mit Speiseopfern. Die wurden meist für Vegetationsgottheiten geopfert.

So wurde mancherorts auch eine Grütze aus Birnen und Erbsen zubereitet, woraus sich auch der de Name Erbsensonntag ableitet.

In Wales spielten die Erbsen auch als Symbol für Reichtum eine wichtige Rolle.

Den Windgeistern wurden auf den kleinen westlichen Inseln kleine Windbeutel geopfert, sogenannte Whirling Cakes (Wirbelkuchen).

Judica oder Judika bezeichnet in der südbadischen Markgrafschaft im alemannischen Dialekt auch die "Konfirmation", da diese traditionell an diesem Sonntag gefeiert wurde und z.T. noch wird.

Mit freundlicher Unterstützung von
Hans G. Nutzinger
gepostet am 17.02.05 17:00

Passionssonntag - Sonntag Judica, Dominica mediana, verschwiegener Sonntag, schwarzer Sonntag
Der Passionssonntag von Heinrich Joseph Metzer und Benedikt Welte
Passionssonntag wird der fünfte Sonntag in der vorösterlichen Fastenzeit, der zugleich der zweite vor Ostern ist, genannt. Mit ihm beginnt ein neuer Abschnitt in der Fastenzeit. Die Kirche fordert nämlich ihre Gläubigen besonders von diesem Tage an bis zum Ende der Karwoche auf, sich an Jesus in seinen letzten Lebenstagen in seiner Andacht zu erinnern. Leiden, unaussprechliche Leiden waren es aber nun, die der göttliche Heiland auf seinen letzten Leidenswegen überstehen mußte, daher hat dieser Sonntag auch schon schon in sehr früher Zeit (Sacram. Gregor.) seinen damaligen Namen Leidenssonntag erhalten Und auch die auf den Leidenssonntag darauf folgende Woche erhielt daher den Namen „Passionswoche” (Leidenswoche).

Als Sonntag, mit dem die jährliche Gedächtnisfeier der letzten Lebenstage unseres Herrn im strengen Sinne beginnt, trägt er mit Recht schon in dem Kapital der ersten Vesper gleichsam als Titel die Worte an der Stirne: „Fratres, Christus assistens pontifex futurorum bonorum, per amplius et perfectius tabernaculum non manu factum, id est, non hujus creationis, neque per sanguinem hircorum aut vitulorum, sed per proprium sanguinem introivit semel in sancta, aeterna redemtione inventa (Hebr. 9, 11. 12).
Hiermit wird Jedem gesagt, es werde die von diesem Tage am besonders empfohlene Betrachtung der Leiden des Heilandes nur dann nach dem Willen der Kirche vorgenommen, wenn man dabei in Erwägung zieht, daß Christus um unser willen in den Tod des Kreuzes ging, nur durch diesen Opfertod uns von der Sünde erledigen konnte, jedoch jetzt, nachdem er sich für uns hingegeben hat, allen denen ein immerwährender Mittler und Opferpriester ist, welche die Sünde, die den Sohn Gottes an`s Kreuz geschlagen hat, standhaft meiden, und Jesus Christus sich weihen. Besondere Merkmale, die der ganzen Leidenszeit, welche mit diesem Sonntag beginnt, zum Teil abgesehen von den letzten drei Tagen der Karwoche, gemeinschaftlich sind, sind besonders folgende:

  1. die Kreuze und Bilder sind auf allen Altären mit blauen Tüchern verhüllt
  2. das Beten des Hymnus „Gloria Patri” unter bleibt in der Passionswoche und in den ersten Tagen der Karwoche bei vielen Anlässen, bei denen es sonst üblich ist, in den drei letzten Tagen der Karwoche aber gänzlich;
  3. in dem Kirchengebet der Temporalmessen wird der Psalm Judica ausgelassen;
  4. in den Temporalofficien des canonischen Stundengebetes (Breviers) wird in den Kapiteln, Versikeln, Responsorien und Hymnen stets das leidenden Heilandes gedacht.

Das Verhüllen der Kreuze und Bilder, das nach einer Entscheidung der Kongregation der Bräuche mit allen Bildern auf den Altären vorzunehmen ist (In primis vesperis dominicae passionis non solum cruces et imagines Salvatoris; sed etiam icones altarium et omnes imagines Sanctorum tegi debent; S.R.C.4.Aug.1663), insoweit es nicht schon am Anfang der Fastenzeit geschah, ordnen das Caeremoniale Episcoporum und die letzte Ausgabe des römischen Missale von Urban VIII. an.
Die Bela, mit denen die Verhüllung geschieht, müssen von blauer Farbe sein und dürfen an einem etwa einfallenden hohen Feste nicht weggenommen werden (S.R.C. 16. Nov. 1649). Es soll diese erst in neuerer zeit entstandene Zeremonie offenbar die große Trauer andeuten, welche die Kirche in diesen tagen hat und zugleich jeden Gläubigen erinnern, sich während dieser zeit so viel als möglich vom Geräusche des Lebens zurück zu ziehen und in stiller Zurückgezogenheit mit Jesus Alleingespräch zu halten. Zunächst dürfte jedoch diese Vorschrift dadurch veranlaßt worden sein, daß sowohl in der Evangeliumspericope dieses Sonntags (Joh. 8, 46-59), als auch in mehreren der künftigen tage solche Abschnitte gewählt sind, in denen ein sich Verbergen, ein bald nicht mehr sichtbar sein, ein himmlisches Reisen, ein Fliehen Jesus erzählt wird.
Die Sitte, das „Gloria Patri” von diesem tage an nicht mehr so oft als an den übrigen Tagen im Jahre und in den letzten drei Tagen der Karwoche gar nicht mehr zu beten, kennt schon der Ordo Romanus I. Jüngeren Ursprungs ist dagegen wieder die Vorschrift wegen des Psalmes Judica, bei der man überdies nicht weiß, ob sie ein Zeichen der Trauer sein soll, da ein Teil dieses Psalmes den Text zum Introitus der Messe des Passionssonntags bildet, somit an diesem Tag nicht so sehr ausgelassen, als vielmehr an einer anderen Stelle gebetet wird. Als Beleg, daß in den Temporalofficien dieser beiden Wochen der leidende Erlöser das Hauptthema der Betrachtung ist, folge hier der in dieser Zeit bei der Matutin übliche Hymnus:

„Pange lingua gloriosi Lauream certaminis, Et super crucis trophaeo Dic triumphum nobilem, Qualiter redemtor orbis Immolatus vicerit. De parentis protoplasti Fraude factor condolens, Quando pomi noxialis In necem morsu ruit. Ipse lignum tunc notavit, Damini ligni ut solveret. Hoc opus nostrae salutis Ordo depoposcerat, Multiformis proditoris Ars ut artem falleret, Er medelam ferret inde, Hostis unde laeserat. Quando venit ergo sacri Plenitudo temporis, Missus est ab arce Patris Natus orbis conditor, Atque ventre virginale Carne amictus prodiit. Vagit infans inter arcta Conditus praesepia. Menbra pannis involuta Virgo mater alligat, Et Dei manus pedesque Stricta cingit fascia. Sit sempiternae sit beatae Trinitati gloria, Atque Oatri Filiopque Par decus paraclito, Unius trinique nomen Laudet universitas.
Amen.”

Noch andere Namen des Passionssonntags sind: „Sonntag Judica” und „Dominica mediana”, auch soll er hie und da „verschwiegener Sonntag” oder „schwarzer Sonntag” genannt werden. (Liturgie von Marzohl 4. Th. Seite 264).

    Quelle:
  • Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hilfswissenschaften (1852) von
    • Heinrich Joseph Metzer (Doctor der Philosophie u. Theologie und ord. Professor der orientalischen Philologiean der Universität zu Freiburg im Breisgau)
    • Benedikt Welte, (Doctor der Theologie und ord. Professor an der katholisch-theologischen Facultät zu Tübingen)
  • und weitere

Der Passionssonntag von Michael Sitzel
Von diesem Sonntag an bis zum Osterfest ist bei den Christen die Zeit besonders der Betrachtung des Leidens und Todes Jesu bestimmt. Es wird uns mehr als sonst die heilige Pflicht empfohlen, unserem liebevollem Heiland in seinem Leiden zu folgen, und mit unverwandeltem Blick auf das vorbereitende Opfer hin zu schauen, wodurch uns die Liebe des Vaters wieder erworben und die Pforten des Himmels geöffnet werden. Die Kirche verhüllt an diesem Tag die Heiligenbilder und die Kruzifixe, läßt ihre Diener nur in Trauergewändern erscheinen, singt nur Psalmen und Hymnen, in denen sich Trauergefühle aussprechen. Alles dieses, um ihre angstvolle Erwartung des geheimnisvollen Tages auszudrücken, an dem der Gottesmensch auf Golgotha unter namenlosen Schmerzen sein Leben für die Erlösung der sündigen Welt hingab. Ihr Wunsch ist, daß wir, nieder gebeugt unter der Last unseres Schmerzes und unserer Missetaten, wie ein Prophet spricht, Gott das Opfer unserer Tränen darbringen, die nach der sinnreichen Bemerkung des heil. Augustin gleichsam das Herzblut sind, welches wir, der Buße als Opfer geweiht, vor ihm vergießen.

Dem Sinne der Kirche zu entsprechen, wollen wir unseren Eifer verdoppeln in den immer näher rückenden Erlösungstagen. Durch die Wunden und den Tod unseres Heilandes fließen uns endlose Gnadenströme zu; die wollen wir in ein reuiges Herz auffassen. Ein zerknirschtes und demütiges Herz verschmäht der Herr nicht. Bereiten wir in uns solche Gesinnungen der Buße und Bekehrung und die unendliche Erbarmung des am Kreuze gestorbenen Gottmenschen wird uns liebend wieder zu Gnaden aufnehmen.

    Quelle:
  • Leben und Taten der Heiligen - Eine Legenden-Sammlung für das christkatholische Volk von Michael Sitzel, Beichtvater des Mutterhauses der barmherzigen Schwestern zu München (1839)
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