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Gabenbaum - Aus dem Buch Weihnachten, Ursprünge, Bräuche und Aberglauben - Erinnerung an Weihnachten 1856

Die Stechpalmenzweige
Die Stechpalmenzweige und Beeren sind der besondere Schmuck des englischen Weihnachten. Zimmer, Läden und heilige Stätten werden damit ausgeputzt. Denn die Stechpalme heißt auf (auch schwedisch, dänisch und deutsch) Christdorn. Aus ihr soll die Dornenkrone Christi geflochten worden sein. Außerdem ist sie immergrün und grüne Zweige sind Christus entgegen gestreut worden.

Lorbeer, Rosmarin, Orangenbäume und allerlei Zweige
In Europa ersetzt in ihrem Siegesbegriff der Lorbeer die Palme. In England war ein alter Brauch, den Boden der Kirche mit Lorbeerzweigen und immergrünen Rosmarin zu bestrteuen. Im deutschen Volksglauben heißt es, dass in der Christnacht um 12 Uhr alles Wasser Wein und alle Bäume Rosmarin seien. Ein Reisender in England teilt mit, dass um Weihnachten grüne Zweige von Orangenbäumen an den Kirchen herum gesteckt werden. Aber auch sonst werden dem kommenden Herrn an seinem Geburtstag Zweige entgegen getragen. Es ist der selbe Brauch wie in England, wenn man die immergrünen Tannenzweige in der Kirche um den Altar steckte. Damit kommen wir zu dem schönsten Brauche im vaterländischen Leben des Christtag

Mit dem deutschen Weihnachten ist seit uralter Zeit ein lieblicher Brauch verbunden. Am Abend des 24. Dezember — wenn die Nacht sich senkt, in welcher die Geburt des Herrn gefeiert wird — steckt die christliche Familie die Lichter an ihrem Weihnachtsbaum an. An einer Tannenkrone hängen Zweige und Nadeln locken die roten Äpfel; der grüne Baum trägt glänzende Augen die sich um ihn versammeln, Lichter und Früchte. In winterlicher Dürre strahlt er ein Bild des Lichtes und der Frische. Nicht blos im Norden und nicht erst seit der protestantischen Zeit. Man zeigt noch das Bild, in welchem Luther mit seinen Kindern um den Weihnachtsbaum steht.

Friedrich Köster aus Stade in seinem Aufsatz für den evangelischen Kalender 1956: Das viel verbreitete Bild von Schwerdtgeburth, Luther im Kreise seiner Familie zu Wittenberge am Christabend 1536, beruht ohne Zeifel auf historischer Wirklichkeit

Die Vorstellung beruht gewiß auf alter Tradition. Die sächsischen Reformatoren haben nicht leichthin schöne Bräuche verbannt, welche Feste und Haus erfreuten.

Man sieht Melanchthon die Freude an, mit welcher er Cammerarius 1524 von dem Königsspiel erzählt, das er nach alter Weise am Dreikönigstag spielte. Freilich war der Gedanke solcher Spiele auch den gelehrten Theologen oft abhanden gekommen. Um wie viel mehr dem Volke, das sich mit ihnen mehr, als es nötig und der Festerbauung würdig war, beschäftigte. Daher sagt im 17. Jahrhundert der gelehrte Dannhauer in Straßburg mit Recht:

„Unter anderen Lappalien, damit man die Weihnachtszeit oft mehr als mit Gottes Wort begehet, ist auch der Weihnachtsbaum oder Tannenbaum, den man zu Hause aufrichtet, den selben mit Puppen und Zucker behängt und ihn hernach schüttelt und abblümen lässt. Wo die Gewohnheit hergekommen weiß ich nicht; ist ein Kinderspiel, doch besser als andere Phantasie, ja Abgötterei, so man mit dem Christkind pflegt zu treiben und also des Satans Kapelle neben die Kirche baut, den Kindern eine solche Opinion einbringet, dass sie ihre innigliche Kindergebetlein für den vermummten und vermeinten Christkindlein fast abgöttischer Weis ablegen. Viel besser wäre es, man weihte sie auf den geistlichen Zedernbaum Jesus Christus.“

In katholischen Ländern fand dieser Aufbau des Lichtbaumes auch am St. Nikolaustag statt, was sich, aus seiner natürlichen Verbindung mit dem Weihnachtsfest erklärt. So erzählt man aus der katholischen Schweiz, daß man die Gaben für die Kinder am Nikolausfestabend „ an ein mit Flittergold ausgeziertes oder mit Wachslichtern versehenes Bäumchen, dem Gabenbaum hängt.“ In manchen Gegenden scheint der Brauch verschwunden zu sein, als man um Waldfrevel zu verhüten, Weihnachtsbäume (im Salzburgischen „Boschen“) aus dem Walde zu holen, obrigkeitlich verbot. Bur weil man Gaben für die Kinder daran hing, auch die Äpfel, die feine Früchte waren, nur von diesen geplündert werden, dachte man ihn als bloße Kinderfreude, so daß ein Erfurter Wochenblatt für Kinder 1816 aus dem Worte Christbaum den Kindern Rätsel aufgab, darin heißt es:

Jährlich komm` ich mit himmlischer Lust,
Dir zu ergötzen die kindliche Brust,
Bringe von Süd und von West und von Ost
Mancherlei Gaben und labende Kost.

Der grüne Baum, der am Abend der Geburt des Weltüberwinders neue Äpfel trug, ist ein Bild seiner Gottestat selbst. Es lehren dies die Erzählungen, welche in katholischen Ländern verbreitet waren und von Bäumen, die in der Weihnachtsnacht plötzlich Äpfel trugen und blühten. Das Christentum erhob sich und sein Heil über allen Wandel; Christus ist die Sonne, die nie untergeht; des Kreuzes Segen ist wie die Tanne, die ihr Grün nie verliert. Wenn Christus geboren wird, ist die unverwelkliche Natur, der unvergängliche Frühling erschienen, der auch im, Winter grünt.

In Deutschland war kein anderer Baum so gepriesen. Die Tanne war überall das volkstümliche Bild unverwelklicher Frische. In Schlesien ging das Volkslied:

O Tannenbaum, o Tannebaum,
Du bist a edles Reis!
Du grunest in dem Winter,
Os wie zur Summerzeit.

Denselben Gedanken drückt ein anderes Volkslied aus:

O Tannenbaum, oh Tannenbaum,
wie treu sind deine Blätter!
Du grünst nicht nur zur Sommerzeit,
Im Winter auch, wenn`s friert und schneit.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Wie treu sind deine Blätter!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Du kannst mir sehr gefallen!
Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit
Ein Baum von dir mich hocherfreuit!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Du kannst mir sehr gefallen!

In vielen Gegenden Skandinaviens, wie noch Arndt schildert, waren Tannenzweige der notwendige Schmuck des Weihnachtstisches und Hauses. Sie gehörten so sehr zum Schmuck des Tages, dass man von Ihnen abergläubische Meinungen verband, wie mit Äpfeln. Sie sollten von den Häusern und Ställen Krankheit und Sterben abwehren können. Zu Rudbeck`s Zeiten setzte man um Weihnacht in Schweden vor die Häuser kreuzweis zwei Tannenbäume. In seinen Märchen teilt Andersen ein lieblich Bild des dänischen Weihnachtsbaums mit, den die Kinder dort wie hier mit Herz und Augen begrüßen.

„Den großen Tannenbaum stellte man in das mit Sand gefüllte Faß. Rings herum wurde dies mit grünem Zeug behängt. An die Zweige hingen sie wie kleine Netze aus farbigem Papier; jedes Netz war mit Zuckerwerk gefüllt. Vergoldete Äpfel und Walnüsse hingen herab; über hundert rote, weiße und blaue Lichter wurden in den Zweigen festgesteckt. Puppen standen im Grünen umher; hoch oben an der Spitze schwebte ein Stern von Glittergold.“

Ein Bild des Paradieses das durch Jesus Christus wieder gewonnen ist, stellt der Baum noch immer dar; es sind Kinder noch immer, die er zu sich kommen läßt.

Quellenangabe:
Auszüge aus dem Buch: Weihnachten, Ursrünge, Bräuche und Aberglauben; Ein Beitrag zur Geschichte der christlichen Kirche und des deutschen Volkes von Paulus Gassel, Professor und Licentiaten der Theologie - der hochwürdigen theologischen Fakultät der Universität Erlangen; Erinerungen an Weihnachten 1956


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