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Ewige Anbetung - Ewiges Gebet
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Ewige Anbetung -

Die ewige Anbetung hat eine lange Tradition in der Kirche. Schon in den Tage der Apostel kam immer wieder die Frage nach der Realpräsenz Christi auf. Wie kann der Auferstandene leibhaft unter uns sein? Natürlich war er in der Eucharistie immer Präsent, aber was war in der Zeit dazwischen? Tabernakel und „überzählige“ Hostien gab es damals nicht, weil nur soviel Brot konsekriert wurde wie auch konsumiert wurde.

Mit der Zeit entwickelte sich der Brauch, ein Stückchen der Eucharistie in einem kleinen Behältnis aufzubewahren und mit nach Hause zu nehmen. Üblicherweise taten das die frühen Wüstenmönche. Nach und nach weitete sich der Brauch aus, so dass in vielen Haushalten, an schwer erreichbaren Stellen, ein Stückchen der Hostie in einem Behältnis aufbewahrt wurde, um Christus immer bei sich zu haben.

Ab dem 10. Jh. entwickelte sich in den Klöstern nach und nach der Brauch, ein Stückchen der Hostie in einer eigenen Kapelle aufzubewahren und dort Christus in der Gestalt der Hostie anzubeten. Im 11. Jh. wurde diese neue Gebetsform durch Franz von Assisi und seinen Orden forciert und breitete sich weit aus. Ab dem 12. Jh. kennen wir die Fronleichnamsprozession, die Papst Urban IV. einführte. Sie war ein neuer Höhepunkt in der Verehrung des Allerheiligsten. Thomas v. Aquin wurde mit der Abfassung der Stundenliturgie für dieses Fest beauftragt, und so entstanden die bekannten Gebete/Lieder: „O Salutaris Hostia“, „Tantum Ergo“ und „Panis Angelicus“.

Mit dem Konzil von Trient (1545-63) wurde die eucharistische Verehrung auf eine neue Ebene gehoben, weil das Konzil einen fundierten theologischen Unterbau dafür entwickelte.

Papst Klemens VIII. führte 1592 das „vierzigstündige Gebet“ ein. Daraus entwickelte sich das, was wir heute als „ewige Anbetung“ bezeichnen. Allerdings gibt es dafür verschiedene Ausprägungen:

  • Die Anbetung ist buchstäblich ewig, d.h. es ist immer jemand da, der vor dem Allerheiligsten Altarsakrament betet.
  • Die Anbetung ist ewig mit nur kurzen Unterbrechungen, die durch zwingende Gründe oder unkontrollierbare Umstände erforderlich sind.
  • Die Anbetung ist ununterbrochen für eine längeren oder kürzeren Zeitabschnitt, einen Tag oder mehrere Tage wie z.B. beim Vierzigstündigen Gebet.
  • Die Anbetung ist ununterbrochen in einer speziellen Kirche oder Kapelle
  • Die Anbetung ist ununterbrochen in verschiedenen Kirchen oder Kapellen in einem Gebiet wie z.B. in einer Diözese oder einem Land oder in der ganzen Welt.
Eng damit verknüpft ist auch der „Eucharistische Segen“, der gewöhnlich am Ende der Anbetung gespendet wird. Entstanden ist er ebenfalls in der Folge der Fronleichnamsprozession und hat eine weithin unbekannte Verknüpfung mit der Verehrung Marias als Mutter Jesu. Im Hymnus „Pange Lingua“ tritt das deutlich zutage, wenn es heißt: “Uns wurde er gegeben, uns wurde er geboren aus der reinen Jungfrau.” Ohne Maria gäbe es keine Inkarnation, und ohne Inkarnation gäbe es keine Eucharistie. Im Verlauf der Zeit bildeten sich unzählige Gebetsbruderschaften und Gilden, die sich der Eucharistiefrömmigkeit widmeten. Leider sind diese Bruderschaften im vergangenen Jahrhundert oftmals untergegangen. Die eucharistische Anbetung war und ist ein besonderes Anliegen der Ordensgemeinschaften, besonders der kontemplativen.

Th. Drexler, Kpl.

Inhalt mit freundlicher Unterstützung von
Th. Drexler, Kpl.
eMail: thomas.drexler@kilian-wuerzburg.de
gepostet per eMail: Wed, 7 Sep 2005 17:56:05 +0200

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