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Das weiß der Kuckuck
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Das weiß der Kuckuck ein Beitrag von Bernhard Michels

Das weiß der Kuckuck - Wahrsagerische Kräfte werden dem Kuckuck früher nachgesagt. So hing man an dem Glauben fest, dass er die Lebensjahre voraussagen könne. "Kuckuck, wie lange lebe ich noch?" Sogar ein altes deutsches Kinderlied nimmt hierzu Bezug: "Lieber Kuckuck sag mir an, wie viel Jahr' ich werden kann,....“ Man zog etwa Mitte April los, um den Kuckuck schreien zu hören. Nach überliefertem Glauben hat man noch so viele Jahre zu leben, wie viele Mal der Kuckuck schreit. Nun weiß man, dass der Kuckuck seinen Ruf zehnmal hintereinander, manchmal auch nur zweimal hören lässt. Ob man das in Jahren oder Jahrzehnten umrechnen sollte, weiß man bis heute nicht. Noch heute hat sich der Glaube erhalten, dass es dem Menschen einen Geldsegen bringt, wenn er während des Kuckucksrufs auf seine Börse klopft. „Wenn der Kuckuck im Walde ruft, soll man seinen Geldbeutel schütteln, damit es nie an Geld fehlt“. Der Kuckuck galt für viele Leute auch als Zeichen des Glücks. Man sagte: Der Kuckuck ist Überbringer und Fortbringer des Glücks. Am Morgen Sorgenkuckuck, am Mittag Trauerkuckuck, am Abend Glückskuckuck.

Der Ausspruch „zum Kuckuck!“ rührt daher, dass der Teufel früher auch Kuckuck genannte wurde. Weil der Kuckuck ein Brutparasit ist, seine Eier in fremde Nester legt und seine Junge von fremden Eltern großziehen lässt, gilt er als herzlos, teuflisch und böse. Das erklärt wohl auch, warum man die Siegelmarke des Gerichtsvollziehers, auf dem der Hoheitsadler zu sehen ist, als Kuckuck bezeichnet. Bleibt zu hoffen, dass kein Betrieb auf diese Weise das symbolträchtige Tier zu sehen bekommt. Abbildung Siegelmarke Gerichtsvollzieher sinnvoll, wenn zu bekommen

„Der Kuckuck hat die Art und Natur, dass er der Grasmücke ihre Eier aussäuft und legt seine Eier dargegen ins Nest. Die jungen Kuckucke werden aufsätzig und zuletzt fressen sie ihre Mutter, die Grasmücke.“
(Luthers Tischreden)

Im Juni entdeckt man vielfach an Wegrändern, Böschungen und Gräben kleine Schaumtropfen an Gräsern und Büschen. Verursacher dieser harmlosen schaumigen Gebilde ist die Wiesenschaumzikade, deren Larven in diesen Schaumhäuschen vor Feinden relativ sicher sind. Der Volksmund gab diesem Gebilde den Namen „Kuckucksspeichel“.

Hätte der Kuckuck im März viel Krach gemacht, hätte man auf einen nahen Frühling schließen können. Er macht sich aber erst dann bemerkbar, wenn er sich im Laub der Bäume verstecken kann. Und dieses Laub fängt jetzt erst an zu sprießen und der Kuckuck lässt sich als Bote des Frühlings hören. Hören tut man ihn jedoch unterschiedlich. In Schleswig-Holstein hört man ihn „Kukuut“ rufen, im Rheinland „cocock“, in Bayern „gugku“, und die Schweizer vernehmen ein „guggu“. Im japanischen heißt der Kuckuck Hototogisu und schreit seinen Namen dort genau wie hier, aber die Japaner hören ihn "ho to to" rufen. Dort ist der Kuckuck der Vogel des Sommers der Sehnsucht erweckt, aus der Ferne ruft und die Sehnsucht nach einer endgültigen Heimkehr wach hält.

Mit freundlicher Unterstützung von
Titel: Was weiß der Kuckuck
Autor: Bernhard Michels
Copyright: © by Bernhard Michels
gepostet von Bernhard Michels am:
Date: 13.04.2010 20:57


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