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Huanze
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Huanze - Weitere Bezeichnungen: Hoanzln, Hife, Hoinza, Hoanzn, Dreibockreuter, Heinzen, Huanzen Heumandl, Heumaderl, Heumännchen, Hüfü, Kozolec, Toplar, Harpfe, Köse, Stangger, Kese, Hiefler

Bild 1 - Klick mich zum vergrössern Huanze sind Holzgestelle zum trocknen von Heu (Gras).

Als es für die konservierte Lagerung des Grases noch keine Silos, und zur Nachtrocknung für das Heu auch noch kein elektrisches Gebläse gab, konnten die Bauern nicht immer auf absolut beständiges Wetter mit Hochsommerhitze warten, um das Heu am Boden zu dörren. Im Gegensatz zu heute, wo der Landwirt in einer Schönwetterzeit mit Hilfe moderner Maschinen große Flächen auf einmal bearbeitet und so den Großteil der Ernte in wenigen Tagen einbringt, zog sich früher die Heuernte –je nach Wetter– über mehrere Wochen hin. Es war ja nahezu alles harte Handarbeit, vom Mähen mit der Sense, bis zur Einlagerung im Heustock.

Bild 2 - Klick mich zum vergrössern So um den 10. Juni begann man mit dem Heuen. Um diese Zeit ist es meist noch nicht so heiß und das Wetter auch nicht immer beständig. Also mußte das Heu luftig und weg vom Boden getrocknet werden. Ab der anbrechenden Morgendämmerung wurde gemäht, das Gras dann am Vormittag mit der Gabel angestreut. Dann kamen die Huanzen aufgestapelt auf dem Wagen, gezogen von Pferd oder Ochse aufs Feld.

Ein Huanze besteht aus 4 Teilen, ein unten angespitzter Pfahl von ca. 150 cm Länge mit 3 eingestemmten Schlitzen oder auch eingebohrten Löchern. In diese sind die Huanzenschwingen (flach oder auch rund) mit ca. 60 cm Länge gesteckt. Die Schwingen wurden in Winterarbeit auf der so genannten "Schnitzbank" hergestellt.

Mit dem speziellen „Huanzenpickel“ einem zweifach verwendbaren Werkzeug wird zuerst ein Loch in den Boden geschlagen und dann der Huanze in dieses eingeschlagen. Dies war meist die Arbeit des Bauern, die Frauen behängten die Schwingen mit Grasbüscheln, die mit der Heugabel aufgenommen wurden. Das sind 7 Gabeln voll, denn obenauf kommt ein Büschel als „Hut“. Das lange Gras des 1. Schnittes legt sich dann so gut an, daß der meiste Regen an der Außenschicht hinunterläuft und es bis innen kaum nass wird. Je nach Wetter standen die Huanzen einige Tage bis zu einer Woche auf dem Feld.

Bild 3 - Klick mich zum vergrössern Wenn das Heu vollkommen getrocknet war (Greifprobe), wurden die Huanzen durch drehen gelockert, herausgezogen und umgedreht. Somit das fertige Heu einfach abgeschüttelt.

Die leeren Huanzen wurden gleich zu mehreren aufeinandergestapelt, um sie auf dem Wagen zu laden und ins nächste Feld zu bringen. Bei Nichtgebrauch waren sie auf einer Stadel-Bene (Bühne unterm Dachfirst) oder außen am Heustadel oder Tenne unter dem Vordach schön aufgereiht, wie man sie da vereinzelt noch als "Zierde" sieht. Heutzutage sieht man da und dort noch einige Huanzen in einem größeren Garten als Dekoration und um zu zeigen wie es einst war, oder: „ich kann das noch!“

Früher waren es ganze Felder voll und die Kinder der Bauern haben zwischen den „Huanze-Mändle“ Verstecken gespielt.

Inhalte mit freundlicher Unterstützung von Annemarie Böck
vom Schwangauer Land am Alpenrand
gepostet von Annemarie Böck am 05.07.2008 17:31
E-Mail: ferienwohnung@boeck-horn.de
http://ferienwohnung.boeck-horn.de/
Bilder: Copyright by Annemarie Böck

→ Mehr Beiträge von Annemarie Böck

Weitere Bezeichnungen:
Diese oder ähnliche Holzgestelle zum trocknen von Heu nannte man je nach Region und Aussehen auch

  1. Heinzen,
  2. Huanze, Huanzen,
  3. Heumännchen,
  4. Heumandl, Heumanderl,
  5. Hoanzln,
  6. Hüfü,
  7. Kozolec, (in Slowenien)
  8. Toplar, (in Slowenien)
  9. Harpfe, in Kroatien, Slowenien und in Teilen von Österreich
  10. Köse,
  11. Kese,
  12. Hiefler,
  13. Dreibockreuter
  14. Stangger, (der gängige Begriff in Nordtirol)
  15. Heu-Stangger
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