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Frauendreißiger
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Die Zeit zwischen dem 15. August (Mariä Himmelfahrt) und dem 8. September (Mariä Geburt) wurde der ‚Frauendreißiger' genannt und galt seit jeher als besonders günstige Zeit zum Kräutersammeln.

Mariä Himmelfahrt ist der Beginn des sog. "Frauendreissigers", das sind die 30 Tage bis zum Fest Maria Namen. In dieser Zeit liegt auf Wurzeln und Kräutern besonderer Segen.

Kräuterweihe und die Zusammenstellung

In katholischen ländlichen Regionen hat sich zu diesem Fest - es gilt als "Frauentag" - ein reiches Brauchtum bis heute erhalten. Als Hochfest hat der Feiertag einen besonderen Stellenwert im Kalender. In Bayern ist er auch gesetzlicher Feiertag, zumindest in Gegenden mit überwiegend katholischer Bevölkerung.

Maria-Himmelfahrt am 15. August ist der Auftakt zur wichtigsten Kräutersammelzeit des Jahres. Heilpflanzen, die während dieser Zeitspanne gesammelt werden, übertreffen alle anderen Kräuter an Kraft - mit Ausnahme der Johanniskräuter, die zur Sommersonnenwende gepflückt werden.

Es ist immer noch mit sehr viel Magie verbunden, einen solchen Kräuterbusch zusammenzustellen. Die geweihten Kräuter sollen gegen alle möglichen Verzauberungen und Krankheiten, aber auch für Eheglück, Kindersegen und vieles mehr helfen. Das ganze Jahr über nahm man auch vom Kräuterbusch, um zu räuchern. Besonders heilkräftig soll er sein, wenn man ihn mit Weihrauch vermischt und im Krankenzimmer damit räuchert.

Es müssen immer sieben Kräuter sein, aber man kennt auch die 9er, 12er, 15 er und 19er Buschen. Es gab auch Buschen mit 77 verschiedenen Kräutern, aber immer mit einer vorgeschriebenen magischen Zahl!

Der 9er Buschen besteht z. B. aus Johanniskraut, Schafgarbe, Baldrian, Arnika, Königskerze (immer in die Mitte binden), Kamille, Wermut, Pfefferminze und Tausendgüldenkraut.

Der 15er Buschen besteht z.B. aus Fünffingerkraut, Glockenblume, Kümmel, Margerite, Eberwurz, Bibernelle, Wermut, Königskerze (immer in die Mitte binden), Pfefferminze, Weinraute, Liebstöckel, Teufelsabbiß (Tormentil), Mooskolben, Bittersüßer Nachtschatten und Johanniskraut.

Diese Kräuter werden zu einem dicken Busch gebunden, in der Kirche geweiht und mit nach unten hängenden Blüten zum Trocknen aufgehängt (in den alten Bauernstuben wird der Kräuterbusch in den Herrgottswinkel gehängt). Ist der Kräuterbusch schön trocken, zupft man einige Kräuter ab, zerreibt sie und vermischt sie evtl. mit Weihrauch und räuchert alles zusammen.


Bei www.heiligenlexikon.de ist zu lesen:
An Mariä Himmelfahrt beginnen in der katholischen Kirche die "Frauendreißiger" - 30 Tage, in denen allerorten Marienprozessionen abgehalten wurden. Auch der Gedenktage Mariä Geburt am 8. September fällt in den Zeitraum dieser 30 Tage, die mit Mariä Namen am 12. September abgeschlossen werden. In dieser Zeit besonderer Marienverehrung wird allen Pflanzen, die gerade blühen, große Heilkraft zugeschrieben.

Mit freundlicher Unterstützung von Ökumenisches Heiligenlexikon http://www.heiligenlexikon.de

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