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Das Kräuterfest - Mariä Himmelfahrt
Das “Kräuterfest”
Das Fest Mariä Himmelfahrt wurde zuerst am 18. Januar begangen, im Jahre 582 verlegte die Kirche es auf den 15. August. Es ist in der Eifel der "Krautweschdaach", in anderen Gegenden wie Luxemburg "Leffraweschdaach". An diesem Tag werden die gesammelten Kräuter des Jahres in feierlicher Form in der Kirche gesegnet, um sie für die nächsten zwölf Monate in Haus, Scheune, Stall und Tenne zum Schutz gegen Blitz und andere Gefahren aufzuhängen, wie bereits angedeutet wurde. Die Zahl der in den "Wisch" aufgenommenen Kräuter schwankt von Region zu Region. Mancherorts werden sieben, neun, 33 bis hin zu 97 verschiedene Heilpflanzen, Gemüsesorten, Feldblumen und Kräuter genannt (Warum die Zahl immer ungerade ist, läßt sich nicht ermitteln). In der Westeifel sind es meist 13 bis 19 Arten, von denen folgende genannt werden sollen: Dill, Hartheu, Kornblume, Fruchtähren, Kamille, Liebstöckel, Knoblauch, Möhren, Kümmel, Rainfarn, Storchenschnabel, Tausendguldenkraut, Salbei, Zwiebel, Wermut und Petersilie.
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Nach erfolgter Weihe wurde zumeist die Möhre herausgenommen und den Kindern zu essen gegeben. Die Zwiebel versah man mit einem Kreuzschnitt und hängte sie im Viehstall auf, um Krankheiten und Seuchen zu verhindern. Die Fruchtähren wurden ausgekörnt und dem Kornvorrat beigemischt, um das tägliche Brot und die künftige Saat zu '"segnen". Der Krautwisch wurde gewöhnlich auf dem Speicher aufgehängt und der vorjährige im Herd verbrannt.
Früher legte man Teile unter das Haupt eines Verstorbenen, nach dem Begräbnis räucherte man die Leichenstube mit dem Rest des Bündels aus. Bei Krankheit und schwerem Leid wurden geweihte Kräuter auf glühende Kohlen gestreut und das kranke Glied zur Heilung darüber gehalten. Diese Beräucherung wurde auch angewandt beim Vieh, namentlich wenn Kühen das Euter schwoll. Kam in Luxemburg eine neue Kuh in den Stall oder ging das Vieh zum ersten Mal wieder auf die Weide, so wurde ein in Weihwasser getunktes Stückchen Brot oder etwas vom geweihten Krautbüschel dem Futter beigemengt.
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Bei nahendem Gewitter warf man bis in die 6oer Jahre in der Westeifel gesegnete Kräuter in das Herdfeuer und betete den Rosenkranz.
In vielen Pfarreien der Eifel gibt es am 15. August Prozessionen zu Ehren der Muttergottes. Besonders bekannt wurde in den letzten Jahren die Schönberger Marienprozession mit einer Messe an der Lourdesgrotte (Belgien). Während vielfach die Anzahl der Gottesdienstangebote wegen Priestermangels zurückgeht, erlebt diese Form der Gottes- und Marienverehrung einen ungeahnten Aufschwung.
Die Gestalt Mariens hat – über die Kräuter hinaus – noch bei weiteren Benennungen in Fauna und Flora Pate gestanden. Nicht nur Pflanzen hat sie ihren Namen gegeben: Marienblümchen, Mariendistel, Mariä Bettstroh ..., auch Tiere stehen mit Maria namentlich in Verbindung: zum Beispiel der Marienkäfer; die Schwalbe, in germanisch-vorchristlichen Zeiten der Göttin Iduna zugeordnet, gilt als Marien- oder Muttergottesvogel. Maria hat auch Naturerscheinungen den Namen gegeben: den Marienfädchen im Altweibersommer, dem Regenbogen, der traditionell als Marias Gewandsaum gilt.
Mit freundlicher Unterstützung von Joachim Schröder
Titel: Kräuterfest
Autor: Joachim Schröder
Copyright: © by Joachim Schröder
gepostet von Joachim Schröder am:
Date: 23.07.2009 20:38
Internet: www.joachim-schroeder.com
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