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Johannistag im Baltikum
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Jaanipäev - Johannistag in Estland
offizieller Feiertag
Johannistag und Weihnachten sind die wichtigsten Feier-tage im estnischen Volkskalender. Das sind die Sonnenwen-den, ab Weihnachten wird der Tag länger, ab Johannistag wieder kürzer.
vom
Leili Naan
Schweizer Lesesaal
Estnische Nationalbibliothek in Tallinn
Schweizer Lesesaal: shveits@nlib.ee

Bis Johannistag herrschen in Estland einige Wochen lang helle Nächte , es ist warm, die Nachtigallen schlagen herrlich. Für unsere Vorfahren, für das Volk im Norden, wo es während des Jahres meistens dunkel ist, war der Johannistag von besonderer Bedeutung. Nach der Verbreitung des Christentums über ganz Europa bekam das grösste Sommerfest seinen Namen nach dem Täufer Johannes Aus dem Namen Johannes ist estnischer Jaan geworden – also nennt man den Johannistag auf estnisch – jaanipäev Am Abend wird das Feuer angezündet, das bis frühen Morgenstunden brennt und an dem man singt, tanzt, Witze macht und isst und trinkt. Verschiedene Wettkämpfe werden durchgeführt und man schaukelt gerne.
Obwohl Estland klein ist, kennt man aus früheren Zeiten mehrere Traditionen, wie man das
Johannisfeuer machte. Oft zündete man es nicht auf der Erde. Sehr verbreitet war die Art, das Feuer auf einer langen Stange anzuzünden – wo sein Schimmer noch zu sehen war, sollte im nächsten Jahr hohes Getreide anwachsen und man glaubte vom Bösen geschützt zu sein.
Am Meer und am Peipussee machte man
aus alten aufgehäuften Fischerbooten das Feuer. Auf der Erde suchte man immer höhere Gegende heraus, so dass das Feuer möglichst weit zu sehen wäre. So tragen viele höhere Hügelchen in Estland den Namen Jaanimägi – Johannesberg! Ebenso wurde das Feuer oft auf einem hohen Stein angezündet.
In jedem Ort gab und gibt gemeinsame Feuer und die Familienfeuer. Zuerst feiert man zu Hause, danach geht man oft zu einem gemeinsamen Johannisfeuer.
Man glaubt, das Feuer gibt Kraft, Mut und Gesundheit für das nächste Jahr und vertreibt die Faulheit aus den Knochen. Man glaubte, das Feuer hilft gegen Rückenschmerzen und so sassen die älteren Menchen mit dem Rückem an das Feuer.
Man springt über das Feuer. Wenn die Mädchen dabei an ihren Geliebten denken, werden sie im nächsten Jahr heiraten. Sehr verbreitet ist die Tradition, die Farnkrautblüte zu suchen, sie sollte in dieser Nacht nur kurze Zeit blühen und wer sie findet, wird glücklich und reich. Besonder schön fin-den die Sitte die Verliebten, die im Wald spazierengehen.
Wer in dieser Nacht ein
Johanniswürmchen nach Hause bringt, wird ebenso glücklich. Eine besondere Bedeutung haben am Johannistag die Birken, die man auch nach Hause holt.
Früher flochten die Mädchen einen
Blumenkranz aus 9 verschiedenen Blumensorten , setzten den Kranz an einer Kreuzung auf den Kopf und gingen nach Hause, ohne hinter den Rücken zu schauen und mit niemandem zu reden, legten ihn dann unter sein Kissen. Dann sollten sie im Traum ihren künftigen Bräutigam sehen. Am Morgen warfen sie den Kranz auf einen Baum und wenn er nicht herunterfiel, war auch die Hochzeit bald da.

Der Johannistag in Jüri.
Den Johannistag liebt jung und alt auch heute. In Jüri wird das Fest in unserem schönen Eichenwald gefeiert. Da versammelt sich fast die ganze Siedlung. Es gibt dort viel zu essen und zu trinken und viele Leckereien für die Kinder. Auch Musik fehlt nicht, immer spielt da ein Band. Die Chöre und die Volkstänzer/Innen terten auf.
Der wichtigste Moment ist, wenn die Flamme angezündet wird. Dann sitzen alle um das Feuer und man ist von der Grösse der Flamme richtig verblüfft.
Es wird sehr viel getanzt und gesungen. Die Lieblingsstätte für viele ist der Platz im Eichenwald, wo die grosse Schaukel steht. Da finden auch allerlei Wettkämpfe statt, z.B. wer den grössten Schwung auf der Schaukel erreicht.
Die Feier dauert bis Morgen. Am nächsten Tag ist unser (und nicht nur unser!) Ort wie ausgestorben.

Jüri Gymnasium Die Tradition des Johannistags ist tief im Herzen unseres Volkes eingewurzelt. Heute glauben die Menschen nicht mehr so sehr, das man sein Leben mit eigenen Taten verändern kann, aber man glaubt an der heiligen Wirkung des Feuers und man sucht die Farnkrautblüte und glaubt am Glück und an der Liebe.

Auch heute springt man über die Flamme oder man fährt mit dem Fahrrad durch die Flamme, mehr um seine Tapferkeit zu zeigen, aber auch das bedeutet etwas!
Auf jeden Fall ist das schönste Sommerfest, eine wunder-schöne Tradition für alle Menschen in Estland!

Kristiina Leismann
Die 11. Klasse
Gymnasium Jüri 2003

Johannistag - Jani in Lettland
Das wichtigste traditionelle lettische Feste
offizieller Feiertag

Ligovakars - der Ligo-Abend - wird am 23. Juni begangen und Jani - der Johannistag - am folgenden, 24. Juni.
Dieses Sommersonnenwendfest wird noch heute von tausendjährigen Traditionen begleitet.

Das wichtigste Element dieses Festes ist das pflücken und sammeln von Wiesenblumen und Gräsern, die zur Zeit der Sonnenwende magische Kräfte haben sollen.
Es werden Eichenlaub- und Blumenkränze geflochten, womit das Haus, der Hof und sogar das Vieh geschmückt werden.
Es werden Johannisfeuer angezündet und Ligo-Lieder gesungen.
Das rituelle Mahl besteht hauptsächlich aus dem Johannis-käse (Kümmelkäse) und Gerstenbier.

Johannistag in Litauen
kein offizieller Feiertag
"Oben auf dem Berg, die Litauer, haben ihr Feuer schon hoch. Sie singen seine Weile. Das Feuer brennt über dem Stein, ruhig, nur manchmal greift der Wind von oben her in das offene Rund hinab und dreht die Flammen auseinander.
Einer hat zu erzählen angefangen, jetzt wo die jungen Leute nach und nach den Berg hinab verschwinden und die Zu-rückbleibenden sich enger zusammensetzen: eine alte Geschichte, vom Mägdlein Neringa (...)", so schildert Johannes Bobrowski in seinem Roman "Litauische Claviere" das Johannisfest im Memelland.
Die alte heidnische Tradition der Sonnenwendfeier begann Ende des 19. Jh. mit dem "nationalen Erwachen" wieder zu entstehen. In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni wird seither das Johannisfest gefeiert, mit Musik, Tanz, Gesang und bunten Trachten. In der Nacht des Johannisfestes sollen die Vögel und Tiere des Waldes sprechen können, so die Legende. Es soll die Nacht im Jahr sein, in der der Farn blüht. Wer ihn findet, wird die Gedanken anderer lesen können. Deswegen gehen die jungen Leute nachts durch den Wald, um ihn zu finden. Der Legende nach kam ein Förster nachts Hause und die Tiere in seinem Hof sprachen. Er wunderte sich und dachte, er sei verrückt. Als er ins Haus kam, fiel von seinen Schuh ein Stück blühender Farn.
Ob der Farn nun blüht oder nicht, auf jeden Fall bietet diese Legende den jungen Leuten die Möglichkeit, sich am Fest in den Wald zu begeben.

"Hansestadt: Tallinn"
Estnische Freiluftmuseum
Das Estnische Freiluftmuseum Rocca al Mare am Stadtrand von Tallinn bietet zu diesem Fest besondere Höhepunkte, an denen sich Alt- und Neuzeit begegnen. In diesen Tagen weiss man nie recht, ob es eigentlich überhaupt einmal Dunkel war. Eines jedenfalls ist sicher: die Nachttischlampe wird überflüssig.

Inhalte mit freundlicher Erlaubnis von
Heinz Bertschi
EstMonde
Buchenweg 1
CH-5703 Seon
http://www.estmonde.com

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